Ein Garten mit System, immer gut organisiert

Der wirklich prachtvolle Garten lebt von seinen Grundlagen. Dazu gehört es, sich über Erde und Standorte Gedanken zu machen, aber auch die Grundordnung im Hintergrund – am besten unsichtbar – auf ein Top Level zu bringen. Die Rede ist nicht von Beeten in Reih und Glied, exakt rund zugeschnittenen Buchsbäumen oder einem millimetergenau auf gleiche Höhe gescherten Rasen, dessen Halme wie Soldaten das Betreten verbieten. Ein sinnvolles Maß an Ordnung im Hintergrund-System erleichtert die Arbeit, schützt vor Gefahren und verleiht zum Stolz auf die Blumen- und Gemüsepracht zudem ein Gefühl der Sicherheit und Zufriedenheit.

Jeder, der voller Tatendrang schon einmal eine Gartenarbeit beginnen wollte,Werkbank dann aber genervt den ganzen Garten nach einer Harke abgesucht hat, weiß, wovon hier gerade die Rede ist. So, wie der Rasenmäher, der mit vollem Auffangsack einfach abgestellt wurde – ohne Tanken und Ölkontrolle, ohne das Stromkabel wegzuräumen: Hilfe im Garten, zum Beispiel durch die Kinder oder den Partner, ist nicht immer das Gelbe vom Ei; auf sich selbst kann man sich ja verlassen. Wer die Ironie dieser Aussage nun entdeckt hat, weiß, dass niemand – auch nicht der Hobbygärtner selbst – perfekt ist und ein grundlegendes Ordnungssystem nicht nur im Haushalt oder in der Werkstatt Sinn macht, sondern auch im Garten.

Der Gartenschuppen – außen „Hui“?

Hinter einer Türe und einigen Wänden kann einiges versteckt werden. Auch die fehlende Lust, nach dem Arbeiten im Garten für Ordnung zu sorgen. Der Rechen lehnt halb schräg über der Motorsense, der Schubkarren versperrt sämtliche Wege zu allen Regalen. Dazwischen steht ein Benzinkanister für den Rasenmäher und die halbleere Farbdose samt Pinsel von der letzten Zaunsanierung steht auch noch mitten auf dem Boden. Ja, so sieht es nicht selten hinter der fein gestrichenen Fassade des Gartenschuppens aus, der von außen nett mit Fensterläden und Blumenkästen voller blühender Petunien oder Begonien dekoriert ist. Die Türe macht ja niemand auf – oder doch? Zumindest ärgern sich die meisten Garteneigner über sich selbst (und alle Beteiligten), wenn solche Zustände herrschen. Das Ganze hat aber auch einen gefährlichen Hintergrund; immerhin sind nicht alle Dinge, die hier stehen, so unbedenklich wie ein Rechen, eine Schaufel oder eine Schubkarre.

Katastrophenszenarien, die Mitarbeiter in Notaufnahmen und Bedienstete von Umweltbehörden nahezu als tägliches Brot serviert bekommen, spielen sich in den Gärten leider nur allzu oft ab. „Mal eben“ die Schuppentüre offenlassen, um mit der Astschere einen störenden Zweig zu entfernen: Wie oft kommt das vor! Dass sich der kleine Enkel krabbelnd in den Gartenschuppen fortbewegt, bekommt man nicht mit. Was dieses Kleinkind nun mit Rasenmäherbenzin, Farbrest, Harke und anderen Werkzeugen anstellen könnte und mit welchen Chemikalien (Dünger, Pflanzenschutzmittel etc.) es in Kontakt kommen kann – nicht auszudenken, was hier passieren kann. Verletzungen, Vergiftungen, Verätzungen und Schlimmeres riskiert der fahrlässige Gärtner mit diesem Chaos hinter der adretten Fassade vom Gartenhäuschen.

Sicher, verantwortungsvoll, effektiv: Die Ordnung im Garten

Ein erster Schritt ist schon gemacht, wenn alles Werkzeug einen angestammten Platz bekommt. Die Stielgeräte, also Rechen, Harke und so weiter, können super mit Wandhalterungen platziert werden. Diese „Gerätehalter“ gibt es für wirklich kleines Geld im Baumarkt oder im Internet; sie sind, wie in diesem Video gezeigt, in verschiedenen technischen Ausführungen und unterschiedlichen „Gewichtsklassen“ erhältlich – einzeln oder als Reihe zur kinderleichten Montage an jeder Wand, ob Holz, ob Mauer. Solche Halterungen verhindern, dass sich ein Werkzeughaufen verkantet (Rechenzähne in der Harke und dergleichen) und sorgen für griffbereites Arbeitsgerät in einer Handbewegung. Niemand kann über eine Schaufel stolpern, auf die falsche Seite des Rechens treten – Unfallverhütung und Ordnung in einem Aufwasch.

Was aber geschieht mit den ganzen kleinen Werkzeugen, die im Garten benutzt werden? Mal ist eine Schraube anzuziehen, eine Gartenschere braucht der Hobbygärtner beinahe jede Woche – nicht nur als Rosengärtner. Handgeräte vom Besen über die Mini-Harke zum kleinen Handrechen, dazu die Heckenschere und vieles, vieles mehr – da ist schnell Unordnung in der „Sammelecke“. Hier gibt es mehrere Alternativen, um ein System zu schaffen: Eine Werkbank mit Wandhalterungen, ähnlich derer in einer Autowerkstatt, in welcher jeder Schlüssel, jede Nuss und jeder Schraubenzieher einen zugewiesenen Platz hat – oder Werkzeugboxen, in der das Werkzeug thematisch sortiert („Unkraut“, „Schneidewerkzeug“ etc. untergebracht wird. Solche Werkzeugboxen aus Kunststoff oder Aluminium können sogar mit abschließbaren Deckeln und Stapelecken an den vier Kanten gekauft werden. Beide Lösungen werden bei normaler Gartengröße und Nutzung ein Leben lang halten; die letztere ist die günstigere Alternative – und praktischer, wenn der Geräteschuppen dann und wann auch als Partylocation genutzt werden soll.

Fazit: Für einen gesunden, grünen und blühenden, vielleicht auch ertragreichen Garten braucht es nicht nur einen grünen Daumen, sondern auch ein gewisses Gespür für Ordnung. Die vielfältigen Geräte und Werkzeuge sollen im Grün nicht für störende Ecken und Lagerverstecke sorgen, sondern gut aufgeräumt allzeit griffbereit stehen. Für den Schutz des Grundwassers (ausgelaufener Treibstoff, Farbreste, Düngemittel) und die Sicherheit aller Personen (Verletzungsgefahr, Vergiftungsrisiko) ist es gut, sich über Gefahrgut Gedanken zu machen und beim Schaffen eines Ordnungssystems auch an die verschließbare, mehrfach gesicherte Lagerung dieser Stoffe zu informieren beziehungsweise dementsprechend zu handeln.

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