Gemütlicher Garten

Ein gemütlicher Garten ist für jeden Gartenfreund ein Stück Lebensqualität. Es muss nicht immer der ganze Garten sein, ob ein Möhrenbeet gemütlich ist, ist fraglich, höchstens für einen Möhrenbett-Fan. Wenn ein neuer Garten gestaltet wird, sollte auf keinen Fall versucht werden, den ganzen Garten gemütlich zu gestalten. Als erstes sollte man sich Gedanken über Gemütlichkeit machen.

Gemütlichkeit

Ist abgeleitet von Gemüt, subjektiv empfundener Zustand des Wohlbefindens. Der Mensch (Gartenfreund) in einer freundlichen und warmen Umgebung in der er sich geborgen und wohl fühlt. Eine Umgebung frei von Konflikten, Stress und Hektik, umgeben von einem Gefühl der Sorglosigkeit. Es gibt kaum einen besseren Platz eine Ecke der Gemütlichkeit zu schaffen als in einem Garten.

Denken Sie bei der Gartengestaltung nicht nur an Gemütlichkeit sondern auch an die Funktionalität des Gartens bzw. Grundstückes. Ein Müllplatz muss nicht gemütlich sein sondern leicht begehbar und versteckt.

Das Grundstück sollte in die Bereiche Spielen, Gemüse, Kräutergarten, Erholen, Sonnenbaden, Wasser, PKW-Stellplatz, Terrasse, Feiern, Grillen, Kompost, Müll, Wäscheplatz und alles was Ihren Interesse entspricht eingeteilt werden.

Die Gemütlichkeit sollte sich auf einige Bereiche wie Erholen, Sonnenbaden, Terrasse, Feiern oder und Grillen beschränken. Versuchen Sie diese Bereiche zwar nicht alle auf einen Platz, aber auf einen Gartenbereich zu beschränken. Diese einzelnen Bereiche lassen sich durch gezielte Bepflanzung, Skulpturen oder Sichtschutzelemente abteilen.

Gemütlicher Garten

Die Frage: Wie erreicht man Gemütlichkeit? Richtet sich nach den eigenen Empfinden.

Machen Sie eine Liste mit den Dingen die Sie als gemütlich empfinden wie:

  • Pflanzen, Kunst, Architektur, Musik, Wasser, Licht

Es gibt keine Regel wie Gemütlichkeit erreicht werden kann, ein plätschernder Springbrunnen kann als gemütlich empfunden werden oder „Einen auf den Senkel gehen“. Was für den einen Kunst ist, ist für den Nächsten Kitsch, dezente Musik kann zur Gemütlichkeit beitragen oder als störend empfunden werden, Licht kann beruhigend und einerseits gemütlich wirken aber auch andererseits blendend und störend.

Hat man seinen Still für Gemütlichkeit gefunden, richtet man seinen persönlichen Bereich ein und breitet sich im späteren in die anderen Gartenbereiche aus. So wirkt nach systematischer Gestaltung sogar das Möhrenbeet gemütlich.

Ausgewogenheit und Harmonie sind die Grundlage für Gemütlichkeit im Garten. Dabei spielen Größenverhältnisse eine wichtige Rolle. eine Kastanie in einem Reihenhausgarten wäre fehl am Platz. Wichtig ist das die Architektur zum Umfeld passt, die verwendeten Materialien oder Pflanzen sollen zum Gesamtbild passen.

Die Proportionen Länge, Breite und Höhe tragen einen wesentlichen Beitrag für die Gemütlichkeit. Das Haus oder Gartenhaus steht nun einmal an seinen Platz und lässt sich aus baulicher Sicht nicht versetzten, aber bei der Bepflanzung kann man auf die Proportionen Einfluss nehmen. Bei einem sehr schmalen Grundstück noch eine längs ausgerichtete Koniferenallee zu pflanzen, lässt jede Idee zur Gemütlichkeit scheitern. Versetzte Querpflanzungen mit Gestaltungselementen (Figuren, Quellsteine, Holzstapel, Pergola) nehmen dem Garten die Längsausrichtung und lassen ihn breiter erscheinen. Ein geschwungener Hauptweg ohne Borde nimmt das Gefühl sich auf einem Durchgangsgrundstück zu befinden.

Einfach und Schlicht sollte der Garten gestaltet werden, so strahlt der Garten Ruhe und Frieden aus. Zu viele verschiedene Elemente zu viele Farben, Formen und Materialien bringen Unruhe in den Garten.

Weniger ist mehr

Einheit und Einheitlichkeit der verschiedenen Nutzungsbereiche sollten zu einem harmonischen geschlossenen Ganzen verbunden werden. Trotz der Verschiedenheit der einzelnen Nutzungsbereiche sollte durch Gestaltungselemente eine Beziehung hergestellt werden. Durch verbindende Hecken- oder Staudenpflanzungen, Trockenmauern, Bachläufe, die Verwendung gleicher Materialien z.B. Bodenbeläge in verschiedenen Nutzungsbereichen bringt Einheitlichkeit. Die Verwendung von gleicher Farbe in verschiedenen Bereichen bringt den Betrachter das Bild der Einheitlichkeit.

Persönlicher Bereich

In diesem Bereich denkt man nur an sich, an seine persönliche Gemütlichkeit allerdings sollte sich die persönliche Gemütlichkeit nicht auf andere Bereiche ausdehnen. Wer seine Gemütlichkeit in einer Herde Gartenzwergen findet sollte dies tun, dabei sollten die Zwerge auf einen Bereich des Gartens konzentriert werden wie Zwergenstadt mit gestalteter Zwergenlandschaft. Wenn die Gartenzwerge einzeln über das Grundstück verteilt werden, ist die Unruhe hausgemacht und die Gemütlichkeit ausgegrenzt.

Der Teichliebhaber sollte alles auf eine Stelle (Teichanlage) konzentrieren wie Wasserfall, Bachlauf oder Springbrunnen, so wirkt die Wasserlandschaft gemütlich. Die verschiedenen Wasserelemente über den Garten verteilt sind wirkungslos und bringen Unruhe in den Garten.

Ein Gemütlicher Garten

Die persönlichen Bereiche der einzelnen Familienmitglieder sollten mit Abstand gewählt werden, Papas Garteneisenbahn sollte nicht gerade in engen Kreisen um Mamas Sonnenliege fahren. Mamas geliebte Hühner inklusive Stallanlage gehören auch nicht neben die Terrasse oder Grillecke.

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