Gladiolen-Kindergarten – Wohin mit den vielen Kleinen

Gladiolen vertragen keine extreme Kälte, da diese ursprünglich aus wärmeren Gebieten stammen, für den Gladiolenliebhaber heißt es daher, die Zwiebeln erst nach den letzten Frösten (Eisheiligen) in die Erde zu bringen und vor den ersten Frösten die Zwiebeln wieder aus der Erde zu holen. Überwintern können dann die Zwiebeln in frostfreien Räumen. Vor dem Einlagern müssen die Zwiebeln gesäubert, getrocknet und die Zwiebelkinder (Tochterzwiebeln) die sich neu gebildet haben zu trennen. Die größeren Tochterzwiebeln werden wie die ursprüngliche Zwiebel gesäubert und von trockener Schale entfernt, damit sind diese fürs Winterlager bereit.

Was macht man mit den sehr vielen ganz kleinen Tochterzwiebeln?

Schon bei einem Hauptzwiebelbestand von 30 bis 40 Gladiolen können schon einmal hunderte ganz kleine Minizwiebeln zusammenkommen. Um jede einzeln später zu großen Zwiebeln heranwachsen zu lassen, ist der Arbeitsaufwand sehr hoch und die meisten werden entsorgt. Die kleinen Zwiebeln lassen sich ohne großen Aufwand im nächsten Frühjahr wieder verwenden. Jede dieser Zwiebel einzeln zu säubern wäre ebenfalls zu viel Arbeit, geht aber ganz schnell. Die getrockneten Zwiebeln gleich immer eine Hand voll zwischen den Händen hin und her bewegen und in kürzester Zeit sind diese sauber. Auch wenn Reste von Schale an einigen Zwiebeln verbleiben, muss man sich bei der Überwinterung keine Gedanken machen, diese Schalen fallen von allein ab.

Wie bringt man unzählige sehr kleine Zwiebeln in die Erde?

Jede einzelne in die Erde zu bringen muss nicht sein, würde auch Stunden an Zeit kosten. Einfacher ist es einen Zwiebelkindergarten anzulegen. Irgendwo sucht man sich einen freien Platz auf einem Beet, markiert eine Fläche von ca. 40 x 40 cm, kann auch mehr oder etwas weniger sein. Markiert diese, wie auf Bild 1 zu sehen, um die kleinen Neuaustreiber nicht versehentlich mit Wildpflanzen zu verwechseln. Welche Markierung gewählt wird spielt keine Rolle. Wir haben einfach zwei Holzstückchen gewählt und eine Ecke auf einen kleinem Hochbeet genutzt. Ca. 5 cm Erde entfernen, die Zwiebel vorsichtig verteilen, auf Abstände muss dabei nicht geachtet werden.

Kleine Gladiolen

Mit der Handfläche lassen sich durch hin und herbewegen die meisten Zwiebel in die richtige Lage (Spitze nach oben) bringen, dabei muss nicht jede einzelne Zwiebel ganz gerade nach oben Zeigen. Die entfernte Erde wieder auf der Fläche gleichmäßig verteilen, leicht andrücken, dass war es schon. Das es funktioniert sehen sieht man auf dem Bild 2. Im Herbst sind die meisten groß genug, um wie die ganz großen behandelt zu werden. Mit dieser Methode hat man immer Nachwuchs, was dann noch an Minizwiebeln im Boden ist kann dort bleiben.

Gladiolenkindergarten

Einige werden selbst Bodenfrost überleben (wenn dieser nicht zu extrem ist)und im Frühjahr wieder austreiben. In den letzten Jahren gab es in unserer Lage nur kurzzeitig Oberflächenfrost und nun wachsen überall Gladiolen, wo sich ein Gladiolenkindergarten befunden hat. Sind die Gladiolen groß genug, werden dann diese Zwiebeln im Herbst wieder ausgegraben. Die kleinen Zwiebelkinder können auch auf einer kleineren Fläche untergebracht werden. Die Zwiebeln einfach aus dem Transportbehälter langsam zu einer Art Pyramide oder Kegel auskippen, diese mit Erde bedecken, den Rest erledigt Mutter Natur, funktioniert auch. Auf Bild 2 haben wir die ganz kleinen Zwiebel auf einem Hochbeet wie Bohnen ausgelegt. Einfach eine Furche von ca. 5 ca. Tiefe ziehen und die Zwiebeln verteilen. Die Abstände muss man nicht so genau sehen, da es sich um ein Hochbett handelt, lassen sich die Spitzen ohne große Mühe nach oben aufrichten, geht sehr schnell, die Furche wieder mit Erde verfüllen, fertig. Die Reihe wird mit Stöckchen markiert, wie es auch bei anderen Aussaaten erfolgt. Im Herbst verfährt man mit den Zwiebeln wie üblich, Zwiebeln die dann immer noch Mini sind verbleiben im Boden. Der Knoblauch zwischendurch bleibt einfach stehen und dient einmal zur Schädlingsabwehr und landet später in der Küche.

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