Johannisbeere Krankheiten

Die Johannisbeere (Ribes) hat wie viele Pflanzen noch andere Namen, Ribisel in Österreich, Bayern, Merrtrübeli in der Schweiz. Ob schwarze, rote oder weiße Johannisbeere ist sie vielfältig einsetzbar, so eignen sich die Beeren zur Saftherstellung für Marmelade, Gellee, Kompott, Likör und für den Obstkuchen.

Amerikanischer Stachel- Johannisbeermehltau (Pilzerkrankung)

Es bildet sich an den Blattunterseiten/Blattoberseiten eine weiß-grauer Pilzbelag. Befallene Triebe müssen sollten entfernt werden. Die Pflanze kann mit Brennnesselsud oder Schachtelhalmbrühe regelmäßig gespritzt werden.

Blattfallkrankheit (Pilz)

An Roten- und Weißen Johannisbeeren teigen sich nach einem dauerhaften feuchten Frühjahr zeigen sich auf den Blättern braune punktartige Flecken. Das nach oben rollen der Blattränder und Braunfärbung tritt häufig auf. Diese Blätter fallen vorzeitig ab. Die Sporen überwintern im Laub.

Herab gefallenes Laub sollte sofort entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost).

Colletotrichum-Fruchtfäule

Die Beeren werden milchig-hellrot bis sie später vertrocknen und bleiben hängen. Die Stiele verfärben sich braun und trocknen ab.

Eine regelmäßiges auslichten der Pflanze wirkt vorbeugend gegen den Befall. Befallene Pflanzenteile sollten entfernt werden. Bei starken Befall können Spritzmittel eingesetzt werden, wobei die Chemiekeule die letzte Lösung sein sollte. Ein regelmäßiges einsprühen mit Brennnesselsud stärkt die Pflanzenteile.

Freifressende Raupen

Die Raupen fressen die Blätter der Beere, spätere fraßschäden entstehen an den Früchten.

Sind die ersten Raupen erkennbar sind diese sofort zu entfernen, die Fraßaktivität ist bei Temperaturen über 15° C am größten. Vorbeugend kann die Beere mit Brennnesselsud gespritzt werden, die Inhaltsstoffe der Nessel stärken die Blätter.

Gelbe Stachelbeerblattwespe

Nach dem Austrieb der Blätter ist Lochfraß zu erkennen, der fraß verläuft von den inneren zu den äußeren Blättern. Der Fraß nimmt vom Frühjahr bis zum Sommer stark zu, es kann zum Kahlfrass kommen, es bleiben nur die Blattrippen stehen. Mit Beginn des Fressen der Larven findet man mehrere an einem Blatt, später sind nur noch ein bis zwei Larven zu finden. Mit bloßen Auge sind die Larven schwer zu sehen, eine Lupe kann nützlich sein, noch besser ist ein Blatt unter dem Mikroskop zu untersuchen. Mit Beginn des Fressens der Larven treten diese Nestweise auf, die Larven sollten sofort mechanisch entfernt werden, ein entfernen des befallenen Blattes ist auch möglich.

Grauschimmel

Auf den Früchten bildet sich ein grauer stäubender Pilzbelag, an den Stielen können braune Verfärbungen auftreten. Vorbeugend ist ein regelmäßiges auslichten der Pflanze. Befallene Pflanzenteile sollten entfernt werden. Sollten Spritzmittel eingesetzt werden sollten die Früchte nicht mehr verwertet werden.

Johannisbeerblasenlaus (Blattlaus)

Bei Befall sind die Blätter auf der Oberseite blasenförmig aufgewölbt. Die Blätter der Roten Johannisbeere werden rötlich, die Blätter der Schwarzen und Weißen Johannisbeere verfärben sich gelblich. Wird die Pflanze sehr früh und stark befallen entwickeln sich Blätter und Triebe schlecht wobei die Blätter vorzeitig Absterben können. Die grünlich-weiß gefärbte Blattlaus ist ca. 2 bis 3 mm lang. An den Trieben der Pflanze werden die Wintereier abgelegt. Während des Austriebes im Frühjahr schlüpfen die Läuse man findet diese an der Blattunterseite. Von der Johannisbeere ziehen sich die Blattläuse ab Mitte Juni zu den Lippenblüttlern hin (Goldnessel, Salbei).

Wenn das natürliche Gleichgewicht im Garten stimmt, übernehmen Marienkäfer und Schwebfliegen die Bekämpfung. Stimmt das natürliche Gleichgewicht im Garten nicht kann man auf bewährte Hausmittel zurückgreifen. Die Pflanze kann mit Magermilch (Fettarme Milch mit etwas Wasser vermischen), Olivenöl ( Olivenöl mit Wasser vermischen ein bis zwei Tropfen Spülmittel zugeben, so lässt sich das Öl besser mit dem Wasser verbinden) oder einer Kernseifenlösung eingesprüht werden. Ein regelmäßiges Einsprühen der Pflanze mit Brennnesselsud hilft ebenfalls, weiter werden durch die Inhaltsstoffe der Brennnessel die Blätter gekräftigt. Der allerletzte Ausweg sollten Gifte sein, schließlich verseuchen Sie die eigene Pflanze und töten gleichzeitig die Feinde der Blattläuse.

Rote Johannisbeere

Johannisbeerblattgallmücke

Nur an der schwarzen Johannisbeere ist die Mücke zu finden. Erkennbar ist der Befall dadurch, dass sich die Blätter nicht entfalten, die Blätter sind eingerollt und verdrehen sich. Die Larven sind weißgelblich und in eingerollten Blättern mit 10 bis 35 Larven zu finden. Durch die Larven entstehen rissige durchlöcherte Blätter, die Triebspitzen können sich verkrümmen. Die Knospen sind im Wachstum eingeschränkt und sind kleiner als gesunde Triebe. Ist ein extremer Befall zu verzeichnen können ganze Triebe absterben.

Befallene Triebe sollten herausgeschnitten werden bzw. eingerollte Blätter mit Larven entfernt werden. Die Larven mit Spritzmitteln zu bekämpfen ist schwer, da diese in den eingerollten Blättern geschützt sind. Die Larven lassen sich erst bekämpfen wenn sie denn eingerollten Blattinnenraum verlassen. Die befallenen Stellen können mit Olivenöl, Magermilch, Brennnesselsud, Schachtelhalmbrühe oder einer Lösung aus Spülmittel und Wasser gespritzt werden. Ein regelmäßiges Einsprühen und gießen mit Brennnesselsud stärkt die Blätter und die Pflanze ist resistenter gegenüber Schädlingen.

Johannisbeergallmilbe

Die Gallmilben sind ca. 0,2 bis 0,5 Millimeter groß und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Auf den Blättern bilden sich stecknadelkopfgroße blassgrüne bis rötliche Ausstülpungen (Gallen). Die Milben befallen die Knospen, diese treiben nicht aus vertrocknen und fallen ab. An den Blättern kommt es zu Missbildungen ebenfalls können die Blätter abfallen.

Die befallenen Pflanzenteile sollten zurückgeschnitten werden, kranke Blätter und das Falllaub sollte entfernt werden. Weiter lässt sich der Befall durch angeschwollene Knospen bereits im Frühjahr erkennen. Wirksam gegen die Gallmilben ist das besprühen der Pflanze mit Rainfarntee, dass besprühen sollte wöchentlich wiederholt werden. Der Einsatz von Netzschwefel-Präparaten ist ebenfalls wirksam, allerdings sollte bei Temperaturen über 20 Grad nicht gespritzt werden, dies würde zu Schäden an den Pflanzen führen.

Johannisbeerglasflügler (Schmetterling)

Wenn die Triebe welk werden und absterben kann das ein Zeichen vom Befall durch den Johannisbeerglasflügler sein. Die Triebe sind mit einem schwarzen Gang durchzugen in diesem kann man eine weißliche Raupe oder Puppe finden.

Der Schmetterling hat eine Flügelspannweite von 16 bis 21 mm und hauptsächlich durchsichtige Flügel die mit braunschwarzen Adern durchzogen sind, die Ränder der Flügel sind ebenfalls braunschwarz. Von Ende Mai bis Juli fliegt der Falter bei sonnigen Wetter hauptsächlich in den Morgenstunden. Die Eier findet man in der Nähe von Knospen, an den Seitentrieben oder an Schnittwunden. Die Raupen schlüpfen nach zehn Tagen und bohren sich bis ins Mark und beginnen zu fressen. Den gesamten Sommer bis in den Herbst frisst die Raupe vorwiegend an zweijährigen Ruten in denen sie auch überwintert.

Wird ein Befall durch den Falter festgestellt sollten geschädigte Zweige sofort herausgeschnitten werden. Der Sommerschnitt sollte erst im August beginnen, da die Flugzeit des Falters beendet ist. Der Schnitt sollte sehr sauber durchgeführt werden, es dürfen keinen Ränder oder Zapfen hinterlassen werden. Da sich die Raupen sofort in den Zweig bohren ist der Einsatz von Spritzmitteln nicht wirksam. Ein Schutz bietet zur Flugzeit des Schmetterlings ein Insektennetz.

Johannisbeersäulenrost (Rostpilz)

Der Pilz tritt hauptsächlich im Spätsommer und Herbst wenn der Blattfall einsetzt auf. Es bilden sich filzartige, orange bis rostfarbene Flecken als Pusteln, diese können sich über die ganze Blattunterseite hinziehen. Auf der Blattoberseite sind bräunliche Flecken erkennbar.

Der Pilz überwintert an Kiefern (fünfnadlige). Die Sporen gelangen durch den Wind auf die Beeren.

Um den Rostpilz für immer zu verbannen müssten alle fünfnadligen Kiefern verschwinden. Das abgefallene Laub sollte entsorgt werden (nicht auf dem Komposthaufen). Der beste Schutz ist eine kräftige Pflanze, ein regelmäßiges Düngen und besprühen der Blätter mit Brennnesselsud wirkt sich positiv auf. Wer unbedingt Pilzspritzmittel einsetzen will sollte Bio- Spritzmittel gegen Pilze verwenden.

Mehltau

siehe Amerikanischer Johannisbeermehltau

Rotpustelkrankheit (Pilz)

Im Frühsommer treten Welkeerscheinungen auf und die Blätter vertrocknen und sterben ab. An der Rinde entstehen bräunliche Zerstörungen, auf der kleine rötliche Pusteln zu erkennen sind. Eine Bekämpfung durch Spritzmittel ist nicht möglich. Befallene Triebe sollten entfernt und entsorgt werden. Ein regelmäßiges besprühen und gießen mit Brennnesselsud stärkt die Pflanze.

Schildläuse

An den Pflanzenteilen sind viele kleine ovale dunkle Flecken zu erkennen. Die Läuse hinterlassen Honig- und Rußtau auf den Beeren. Der Befall verursacht Wachstumshemmung. Bekämpft können Schildläuse durch besprühen mit Ölivenöl oder mechanische Entfernung, sehr stark befallene Pflanzenteile sollten entfernt werden. Der Handel bietet Spritzmittel an.

Spinnmilben

Die Blätter werden silbrig oder bronzefarben, werden welk und fallen ab. Auf der Blattunterseite sind starke Gespinste zu erkennen.

Vorbeugend ist das verhindern des Wachstum von Unkräuter im Bereich des Standortes der Beere. Ein regelmäßies auslichten ist nötig. Eine Überdüngung ist zu vermeiden, zur Stärkung der Blätter bei Befall sollten diese mit Brennnesselsud gespritzt werden.

Verrieseln der Schwarzen Johannisbeere

Drei bis vier Wochen nach der Blüte fallen die Früchte ab, wobei hauptsächlich die äußeren Beeren betroffen sind. Ist die Pflanze noch von Brennnesselblättrigkeit (Virus) befallen trocknen im unteren Bereich die Trauben ab. Vorbeugend ist ein nicht zu starker Rückschnitt der Triebe, dafür öfters schneiden.

Herstellen des Natürlichen Gleichgewicht im Garten

In vielen Gärten ist das natürliche Gleichgewicht gestört, die geringsten Ursachen sind dabei Klimawandel und sonstige Umweltverschmutzungen. Viele Gärtner sind der Meinung, dass der Gesetzgeber tätig werden muss um die Natur wieder in Ordnung zu bringen. Gesetze gibt es genug, nur die Umsetzung ist ein Problem. Die Frage ist, ob es nötig ist durch ein Gesetz die Gärtner zu zwingen, das natürliche Gleichgewicht in einem Garten wieder herzustellen, natürlich nicht.

Johannisbeere

Dabei ist es so einfach und kostet kein Geld, alles was man braucht findet man im Garten oder im Umfeld. Ein Totholzhaufen, der Steinhaufen in der Ecke, der Verzicht auf Kunstdünger und zurück zum Komposthaufen, der Laubhaufen im Hebst der bis zum Frühjahr für Igel und Co. Liegenbleiben darf, das Insektenhotel, der Tümpel in der Ecke ohne Filteranlage indem alles wachsen kann wie es will oder Gärtner mit der GartenBob.de Initiative 2×2 Meter, Gebe der Natur etwas zurück sind einfache Schritte zur Herstellung des Natürlichen Gleichgewichts im Garten.

Gärtnern Sie doch einfach wie GartenBob.de und nach ein bis zwei Jahren fängt der Garten wieder an zu leben. Schmetterlinge, Libellen, Igel und Co, vielleicht auch eine Blindleiche, genügend Vögel die die Schädlinge von den Obstbäumen picken finden sich wieder ein. Auf Schädlingsbekämpfungsmittel kann dann verzichtet werden und wenn doch einmal eine Wühlmaus den Weg in den Garten findet nimmt diese reiß aus beim Einsatz von Brennnesselsud, Holunder- oder Schachtelhalmbrühe.

Weitere interessante Artikel zu Schädlingen und Krankheiten im Garten:

  • Schneckenbekämpfung im Garten - Schnecken bekämpfen ist in der Natur eine aussichtslose Sache, da würde im Hausgarten nur die absolute Chemiekeule wirken, die Schnecken wären zwar eine Zeit lang weg, der Garten verseucht.
  • Möhren Karotten Krankheiten - Die Möhre/ Karotte gehört zu einer der wichtigsten Gemüsesorten im Garten sowie des Landanbaus und ist aus der Küche und Futterwirtschaft nicht wegzudenken.
  • Paprika Krankheiten - Wie alle Pflanzen sind auch Paprika, Chili, Peperoni und Co nicht vor Krankheiten geschützt. Resistent gegen die am häufigsten auftretenden Krankheiten sind wie immer die Wildarten.
  • Wie kann man Wühlmäuse langfristig vertreiben ? - Nie. Wühlmäuse gehören, wenn sie uns auch großen Schaden zufügen können, zur Natur wie Bäume in einen Wald. Wühlmäuse für immer aus dem Garten vertreiben ist unmöglich.
  • Wühlmäuse und Wurzelfraß - Wühlmaus liebste Tätigkeit ist nicht nur sich durch den Gartenboden zu wühlen und Hügel aufzuwerfen sondern ihren Hunger mit Wurzelwerk zu stillen.

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Ich bin Roland Kühne der Autor von GartenBob.de. Hier finden Sie viele nützliche und interessante Gartentipps. Sie finden mich auch auf Google+

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