Johannisbeeren tragen viele junge Früchte die vorzeitig abfallen

Johannisbeeren gehören ausgereift nicht gerade zu den süßesten FrüchtenJohannisbeeren tragen viele junge Früchte und werden in der Regel mit Zucker verfeinert, bevor sie gegessen werden. Als sehr junge grüne Früchte sind diese mehr als sauer und damit nicht genießbar. Selbst Amseln die Johannisbeeren auf ihren Speiseplan haben warten, bis die Beeren ausgereift sind. Damit dürfte ein vorzeitiger Fruchtverlust durch Vogelfrass ausgeschlossen sein.

Verrieseln

Ist das Abstoßen von den jungen kleinen Beeren oder Blüten durch verschiedene äußere Einwirkungen auf die Pflanze, was zu erheblichen Ertragseinbußen führen kann.

Einwirkungen die zu Verrieseln führen können

Frostschäden: Johannisbeeren als Pflanze sind gegen Frost resistent, treten während der Blüte bzw. Fruchtbildung Spätfröste ein, wie die Eisheiligen, kann es zu Schäden kommen.

Regen: Extremer Starkregen kann sich ungünstig auswirken, vor allem wenn die Blüten gerade gebildet werden, die Auswirkungen stellen sich erst zu einem späteren Zeitpunkt ein.

Lichtmangel: Eine Pflanze kann über Jahre gute Erträge geliefert haben und ohne ersichtlichen Grund werden die Erträge geringer. Die Ursache, Lichtmangel nimmt man als Gärtner kaum war, da kann der nächste Obstbaum durch sein Wachstum Schatten werfen. Auch bauliche Veränderungen, ein Anbau oder ein neues Haus in der Nachtbarschaft kann die Ursache sein.

Wurzelverletzungen: Nicht alle Wühlmäuse werfen Hügel auf oder haben ihre Gänge direkt unter der Bodenoberfläche. Das Gangsystem einer Wühlmaus ist einige Meter lang, der Eingang muss also nicht direkt neben der Beere liegen. Es gibt auch noch viel kleinere Schädlinge wie Würmer, Larven die an den Wurzeln Schaden anrichten können.

Trockenheit: Auch wenn es ab und zu regnet, kann es zu Bodentrockenheit kommen. Fehlen im Herbst oder Winter die Niederschläge kann selbst ein im Frühjahr auftretender Starkregen auch über längere Zeit den Wasserverlust nicht wieder ausgleichen. Durch fehlende Niederschläge senkt sich das Oberflächenwasser, wenn auch nur wenige Zentimeter kann dies für Pflanze Trockenheit bedeuten. Auch können bauliche Maßnahmen in der Nähe zur Absenkung des Oberflächenwassers führen.

Ein milder Winter und ein zu warmes Frühjahr führen ebenfalls zu Wasserverlust. Selbst wenn länger Regen fällt, muss dieser nicht unbedingt den benötigten Wasserhaushalt im Boden ausgleichen. Prüfen lässt sich dies, einfach nach den Regen etwas Erde freilegen oder den Finger in den Boden stecken, ist dieser schon nach wenigen Zentimeter trocken, erreicht das Wasser die Wurzeln nicht mehr und verdunstet letztendlich.

In der Vergangenheit wurde meistens nur in heißen Sommern gegossen, ohne ausreichende Niederschläge im Herbst, Winter und zeitigen Frühjahr, sollte mit der zusätzliche Wasserzufuhr begonnen werden. Neben dem Gießen schützt eine Mulchschicht vor Wasserverdunstung, als Mulch eignet sich im Frühjahr Rohkompost und später Grünschnitt wie Rasen oder Unkraut welches vor der Blüte entfernt wurde. Rindenmulch sollte auf keinen Fall verwendet werden, Rindenmulch stammt in den meisten Fällen von Nadelgehölzen, daher hat dieser Mulch im Garten nichts zu suchen.

Ungenügende Befruchtung: Ist eine Blüte unzureichend befruchtet, kann dies ebenfalls zu Verrieseln führen. Die Ursache für unzureichende Befruchtung ist auf unzureichende Bienen und andere Insekten zurückzuführen. Schuld alleine der Landwirtschaft zu geben ist falsch, auch wenn diese durch den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden einen sehr großen Anteil am Bienen- und Insektensterben hat.

In den meisten Haus- und Kleingärten sieht es nicht anders aus wie in der Landwirtschaft. Der aufgeräumte Garten ohne Lebensraum für Insekten und Co, viel zu kurz geschnittener Rasen, kein Platz für Löwenzahn und Co sowie anderen Wildkräutern. Alles perfekt, aufgeräumt und so schön ordentlich, so wird der Garten zur toten Zone, ohne jeglichen Lebensraum für die so wichtigen Insekten.

Es wäre so einfach, sich die so wichtigen Insekten in den eigenen Garten zu holen, einfach nur etwas abgeben und die Insekten stellen sich wieder ein. Unter „GartenBob.de Initiative 2 x2 Meter für die Natur“ findet man Tipps wie man beginnen kann, dass sich im Garten das natürliche Gleichgewicht, zumindest ein wenig, wieder herstellen lässt. „Es geht auch anders – 2 x 2 Meter“ wäre der Anfang, nur 2 x 2 Meter vom geliebten aufgeräumten Garten abgeben.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Herr Kühne,
    geschockt komme ich vom meinem Gütle nach Hause. Sowohl die weißen, als auch roten und schwarzen Johannisbeeren weisen folgenden Zustand auf:
    Teile sehen aus wie verbrannt, beim leichten Berühren eines Zweiges fallen ein großer Teil der Beeren ab. Bei den Stachelbeeren siehts noch deprimierender aus.
    Bieten Sie mir irgendwelche Hilfe?

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