Laub sinnvoll nutzen

Es gehört heute zum „Guten Ton“ in seinen Garten Kräuter, Obst und Gemüse selber anzubauen. Ein reiner Ziergarten ist „mega out“ was für den Garten soviel bedeutet wie:

  • sehr veraltet – reine kurzgeschorenen Rasenflächen mit wenigen Koniferenpflanzungen
  • rückständig – ohne Nutzpflanzen wie Obstbäume, Beeren und Gemüse
  • unmodisch – reine Rasenflächen sind langweilig und naturfeindlich
  • unpopulär – unbeliebt und unerwünscht für die Nützlinge im Garten, unsympatisch, da man einen von Biotopen und Wildpflanzen freien Garten nur mit der Chemiekeule ordentlich halten kann

In einem solchem Garten findet man nicht ein einziges Laubblatt, soweit dieses nicht vom Wind versehentlich auf das Grundstück geweht wird. Ein Garten ohne Laubbäume ist absolut naturfeindlich, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Obst- oder Bäume aus der freien Wildbahn handelt, solange diese auch an den Standort gehören, Zierbäumchen gehören nicht dazu. In einem Garten ohne Laub gibt es kein natürliches Gleichgewicht, da dieses von Kleinstlebewesen einen wesentlichen Beitrag zur Humusbildung genutzt wird. Humus ist eines der wichtigsten Bestandteile auf unserer Erde, der für die Entwicklung für das Leben in sowie auf dem Boden nötig ist.

Laub einsetzen für das Anlegen eines Beetes

Soll der Garten umgestaltet werden und ein Stück vom heiligen Rasen für ein Beet abgegeben werden, ist es nicht ausreichend, die benötigte Fläche nur umzugraben, die Rasensohle (Wurzeln) zu entfernen, alles glatt zu harken und Gemüse auszusäen bzw. zu pflanzen. Eine Fläche die jahrelang als reine Zierrasenfläche genutzt wurde, ist für den sofortigen Gemüseanbau nicht geeignet. Der Boden hat sich sehr stark verdichtet und die im Boden befindlichen Nähstoffe reichen nicht aus, da die meisten Rasenflächen nur mit speziellen auf den Rasen abgestimmten Dünger versorgt wurden. Eine Möglichkeit wäre die gesamte Fläche tiefgründig auszuheben, den alten Boden zu entfernen und neuen Boden aufzufüllen, eine wohl kosten- und sehr arbeitsintensive Maßnahme. Es geht auch ohne viel Arbeit, die Arbeit übernimmt die Natur mit ihrn eigens dafür vorgesehenen Arbeitskräften. Hat man die vorgesehene Fläche festgelegt, benötigt man nur Laub oder Mulch (kein Rindenmulch).

Mulch bzw. das Mulchen bedeutet im gärtnerischen Sinne eine Fläche oder Zwischenräume mit zerkleinerten unverrotteten Pflanzenabfällen zu versehen. Diese zu beschaffen dürfte schwerer sein als Laub zu benutzen. Die beste Zeit mit der Anlage eines Beetes wäre damit der Herbst, selbst wenn man im eigenen Garten kein Laub hat, fällt in der Nachbarschaft und der Umgebung genügend davon an. Das Laub muss nur noch auf die vorgesehene Fläche verteilt werden, fertig, dabei kann der vorhandene Rasen samt seinen Wurzelbestandteilen im Boden bleiben.

Laub macht taub, ein aussagekräftiges Sprichwort, von der vorhandenen Rasenfläche bleibt nichts übrig, die Arbeit erledigen die Bodenlebewesen und diese Arbeit machen sie gründlich, sogar bis in tiefere Erdschichten. Der nötige Laubbedarf entspricht ca. 1 volle Schubkarre mit Berg auf ca. 1 m² zu erwartende Beetfläche. Da das Laub in kürzester Zeit zusammenfällt und der natürliche Verrottungsprozess einsetzt, kann immer noch einmal Laub verteilt werden. Fallen noch zusätzlich kompostierbare Abfälle an wie Schnittgut von Stauden dem verbleibenden Rasen sowie sonstige Gartenabfälle an, können diese ebenfalls auf der Beetfläche verteilt werden. Es entsteht ein regelrechter Komposthaufen der sich nur auf Länge und Breite verteilt und nicht wie üblich in die Höhe. Im Frühjahr kann die Fläche umgegraben oder mittels Motorhacke bearbeitet werden, dass restliche Material auf der Fläche kann dabei mit eingearbeitet werden. Bild 1 zeigt eine frisch mit Laub aufgefüllte Fläche, ohne einen Handgriff ist von dem Laub im Frühjahr, außer ein paar wenige groben Bestandteile, nichts mehr zu sehen.

Laub sinnvoll nutzen

Laub nutzen für ein Klostergartenbeet

In einem Klostergarten waren eine Vielzahl von Beeten eingefasst, es wurden teils Heckenpflanzen aber auch am Standort befindliche Stoffe wie Steine oder Holz benutzt. Wie auf Bild 2 zu sehen, wurde unser Beet mit ein paar wenigen dickeren Ästen eingefasst und mit eingeschlagenen Pflöcken gegen zusammenfallen gesichert.

Laub nutzen

Das Auffüllen erfolgte wie bei einem Hochbeet, nur nicht so hoch, danach wurde alles bis zur Oberkante mit Laub aufgefüllt, den Rest erledigen wieder bis zum Frühjahr die Bodenlebewesen. Das Füllmaterial verrottet und sackt natürlich zusammen, dabei entsteht eine perfekte lockere Beetfläche und die Beeteinfassung ist wieder frei. Es gibt noch die vielfältigsten Möglichkeiten Laub sinnvoll zu nutzen, weitere Informationen findet man bei GartenBob.de in der Kategorie Allgemeines unter „Laub das Gold des Gartens“ und „Laub“ sowie in der Kategorie Fragen im Garten unter „Wohin mit dem ganzen Laub“.

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