Löwenzahn im Garten

Löwenzahn, ein Horror für viele Rasenfans, gehört genauso in den Garten wie alle anderen Pflanzen auch. Löwenzahn ist nicht nur Unkraut sondern kann auch in der Küche vielfältig eingesetzt werden. Der Löwenzahn hat im Volksmund verschiedene Namen wie Pusteblume, Kettenblume, Kuhblume, Hundeblume, Milchstock, Kukucksblom, Lichtblom, Lampe, Bimbaum und Bumbansbüsch, Melkdiestel und Milchdistel.

Löwenzahn – Taraxacum officinale

Der lateinische Name leitet sich davon ab, dass früher bei Augenentzündungen der Löwenzahn eingesetzt wurde. Aus dem Griechischen stammt Taraxacum: taraxis heißt Augenentzündung und akeomai bedeutet „ich heile“. Den gezackten Blätterrändern verdankt er seinen deutschen Namen.

Löwenzahn GartenDie Löwenzahnpflanze

Die Pflanze hat eine lange schwarzbraune Pfahlwurzel, diese ist am Hals wollig behaart. Die Wurzel ist innen weiß und hat wie die ganze Pflanze Milchsaft. Der Wurzelstock ist oft mehrköpfig, an diesen bildet sich eine reiche Blattrosette. Ein oder mehrere einköpfige Blütenschäfte die innen hohl sind und völlig nackt wachsen aus der Blattrosette bzw. Wurzelstock.

Aus vielen Hüllblättchen setzt sich der Blütenhüllkelch zusammen, die inneren Hüllblättchen stehen aufrecht und umhüllen den Blütenkopf. Der Fruchtboden wird später kugelig, indem sich sämtliche Blättchen des Hüllkern zurückschlagen.Die Köpfe tragen viele hellgelbe Blüten. Die hellen bis schwarzen Früchte haben eine helle strahlenförmige Haarkrone, die der Wind verweht.

Die Blütezeit der Löwenzahnpflanze ist von April bis September. Die Löwenzahnpflanze wächst auf allen Böden vom Flachland bis ins Hochgebirge in lichten Wäldern, Feldern, Wiesen und ist über den größten Teil der nördlichen Halbkugel verbreitet.

Löwenzahn als Heilpflanze

Schon im Mittelalter wurde die Löwenzahnpflanze als Heilmittel eingesetzt, die Pflanze kam bei Gicht und rheumatischen Beschwerden zur Anwendung. 1870/71 im deutsch-französischen Krieg stellte ein Bataillonsarzt fest, dass Abteilungen die das Essen aus der Gulaschkanone mit Löwenzahn garnierten nicht an Gelbsucht erkrankten, die ohne Löwenzahn krank wurden.

In der heutigen Zeit wird der Löwenzahn von Naturärzten bei Gelenkentzündungen (Arthritis) und Wassereinlagerungen (Ödemen) geschätzt. Die meisten Wirkstoffe des Löwenzahn schmecken bitter wodurch sie appetitanregend wirken. In der Wurzel ist hauptsächlich Inulin enthalten, was für einen stabilen Blutzuckerspiegel sorgt. Harntreibend wirkt der hohe Kaliumanteil in den Blättern. Durch den Löwenzahn wird der Stoffwechsel angeregt. Löwenzahntee hilft bei Leber- und Gallenbeschwerden, bei Gicht und rheumatischen Beschwerden, Nierenleiden, bei allgemeiner Altersschwäche und zur Blutreinigung.

Löwenzahn im Garten

Sammelzeit

Frische Blätter kann man die gesamte Saison ernten, gesammelt wird vor der Blüte. Die Wurzel erntet man von April bis Mai und September bis Oktober.

Haltbarmachung des Sammelgutes

Die Blätter einfach auf einem Tablett trocknen, nicht in der prallen Sonne trocknen. Die Wurzel vor der Blüte stechen und reinigen, längs halbieren in Scheiben schneiden und bei ca. 45° C im Backofen oder in der prallen Sonne trocknen.

Löwenzahn frisch in der Küche

Als Salatbeigabe kann Löwenzahn immer gegessen werden, allerdings ist reiner Löwenzahnsalat sehr bitter, etwas Zucker zugeben. Für Löwenzahnneulinge empfiehlt es sich einzelne Löwenzahnblätter anderen Salaten zuzugeben und die Menge Stück für Stück zu erhöhen. Die Blätter können zu Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Reis oder Nudeln als Beigabe gereicht werden.

GartenBob –Tipp: Sammeln sollte man für frischen Salat nur die kleinen hellgrünen Blätter, diese sind nicht so bitter. Sehr große Blätter sollten nicht für frische Salate benutzt werden.

Schreibe einen Kommentar