Misthaufen im Hühnerstall

Für Hühner ist ein Misthaufen einer ihrer Lieblingsplätze, dort finden sie diverse Delikatessen und können ohne viel Aufwand picken und scharren. Das Problem in einem herkömmlichen Hühnerstall (Zwinger), der Mist verteilt sich durch das ständige Scharren über den ganzen Hof, den herkömmliche Grundstücke entsprechen selten der Größe eines Bauernhofes und dessen Misthaufen. In den meisten Fällen wird der Mist und anderen Resten außerhalb des Zwingers gelagert bzw. kommt auf den Komposthaufen und die Hühner müssen ohne ihren Lieblingsplatz auskommen.

Misthaufen im Hühnerstall

Die Lösung

Ein Mistkomposthaufen im Zwinger und die Hühner sind glücklich und der Mist wird nicht im gesamten Zwinger verteilt. Die Seiten sollten allerdings keine oder nur wenig Zwischenräume haben, dadurch können die Hühner den Mist nicht durch Zwischenräume herausziehen. Allerdings sollte beim Kauf oder Bau darauf geachtet werden, dass dieser aus natürlichen Material besteht. Hühner sehen zwar harmlos aus, aber ihr Schnabel ist ihre Waffe und ihre Krallen sind bei Scharren wie ein Presslufthammer der sich in harten Boden wühlt. Beschichtete Materialien, ob aus Kunststoff oder Metall, können abplatzen und werden mit gefressen. Im Kropf und Magen der Hühner werden diese regelrecht zermahlen und landen schließlich als Reststoffe im Ei oder dem Fleisch des Huhnes „Guten Appetit“.

Die Größe?

Für 10 Hühner reicht ein Mistkomposthaufen von ca. 1x1x0,90 Meter ca. ein knappes Jahr, ist abhängig wie viel Stroh und Grünfutter eingesetzt wird. Beim Bau eines Mistkomposthaufens sollte man die Maße nicht so genau nehmen, die Größe sollte sich der Zwingergröße anpassen. In einem großen Zwinger baut man einen großen, in einem kleinem Zwinger einen kleinen Mistkomposthaufen.

Wie nutzt man den Mist?

Hühnerkot hat einen sehr hohen Stickstoffanteil, durch den einsetzenden Verrottungsprozess und durch Regenwasser (spült Nährstoffe aus dem Komposthaufen in den Boden) wird dieser verringert. Trotzdem verbleiben noch sehr viele Nährstoffe in der Masse, der Einsatz sollte im Gartenbereich nicht übertrieben werden. Zu viel Nährstoffe im Boden ergibt ein extremes Blattwachstum, aber meistens eine kleine Frucht, der Kohlrabi bleibt klein, hat aber überdimensionales Blattwerk.

Der Mist eignet sich für die Düngung von stark zehrenden Pflanzen wie Kürbis oder Zucchini u.a., bei schwach zehrenden Pflanzen wirkt sich der Mist negativ aus. In der Regel sollte der Mist im Klein- und Hausgartenbereich abgelagert werden, günstig ist das Mischen mit sonstigen Gartenabfällen wie Rasenschnitt, div. anderen Pflanzenresten, Häckselmasse und Laub. Durch das Vermischen und dem Verrottungsprozess auf einem herkömmlichen Komposthaufen entsteht ein optimaler Humusboden. Dieser lässt sich dann als Dünger einsetzen, eine Schaufel auf einem Quadratmeter sind bei normalen Böden ausreichend, bei bei nährstoffarmen Böden (Sandböden) verdoppelt man die Menge ohne eine Überdüngung zu erreichen.

Diese Mengenangaben beziehen sich auf unseren Gartenboden und beruhen auf reinem Praxistest. Möchte ein Gartenfreund hundertprozentige Gewissheit haben, wie viel Düngemasse eingesetzt werden soll, muss dieser Bodenanalysen durchführen lassen. Für den direkten Einsatz als Düngemittel eignet sich Gülle, diese wirkt als Kurzzeitdünger. In diesem Fall wird nicht der Hühnermist sondern der direkte Hühnerkot, wie er auf dem Kotbrett anfällt verwendet. Diese Gülle eignet sich hervorragend für die Rasendüngung.

Herstellung von Gülle

Der morgendliche Kot auf dem Kotbrett von 10 Hühner auf 10 Liter Wasser, einen Tag stehen lassen und zwischenzeitlich mehrmals verrühren, es entsteht ein rein biologischer Flüssigdünger. Die Gülle muss nicht sofort verbraucht werden und ist über Tage haltbar. Vor Geruchsbelästigungen muss man keine Angst haben, so lange der Behälter nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist.

Auf 100 m² Rasenfläche sind ca. 30 Liter Gülle ausreichend.

Das Aufbringen auf den Rasen kann man mit einer Gießkanne (ohne Brause, diese würde sofort verstopfen), einfach die Kanne beim langsamen ausgießen schnell hin und her schwenken. Es muss nicht jeder einzelne Wurzelballen gegossen werden, einfach die Gülle flächendeckend verteilen. Ist diese nicht ausreichend am nächsten Tag an einer weiteren Stelle weitermachen. Wir düngen im März 2x die komplette Rasenfläche, im April noch 2x und je nach Wachstum des Rasen im Mai 1x, für unseren Rasen ist dies ausreichend (wächst auf schweren Boden). Nach der letzten Düngung im Mai wird nur noch gemäht.

Weitere Anwendung der Gülle bei sonstigen Pflanzen und Bäume

Im Frühjahr, ab März werden alle Obstbäume 1x pro Woche (10 Liter) versorgt, dabei die Gülle um den Traufbereich verteilen. Gedüngt wird bis April, danach nicht mehr, ansonsten setzen wir bei den Obstbäumen alle 2 bis 3 Wochen 10 Liter Brennnesselsud ein, allerdings mehr als Schutz gegen Schädlingsbefall, alles über Brennnesselsud/Jauche findet man bei GartenBob.de in der Kategorie „Schädlinge & Krankheiten“ unter „Brennnesselsud/Jauche, Mengenverhältnis zwischen Wasser und Brennnesseln“, wie man Brennnesselsud/Jauche herstellt findet man in der Kategorie „Garten Videos“ unter „BRENNNESSEL SUD HERSTELLEN – VIDEO“.

Alle anderen Bäume und Sträucher erhalten über das Frühjahr verteilt ca. 20 bis 30 Liter in unregelmäßigen Abständen, reicht für den Rest des Jahres.

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