Pflaumenbaum: Früchte sterben ab – Harzaustritt und gelbe Flecken auf Blättern

Bei den verschiedenen Anzeichen kann es sich um mehrere Ursachen handeln. Um festzustellen ob es sich um Schädlinge oder Krankheitserreger handelt oder beides, sollten zuerst die Standortbedingungen sowie die Witterungsbedingungen im laufenden Jahr beachtet werden.

Die meisten Schädlinge und Krankheitserreger treten auf durch Störung des natürlichen Gleichgewichts. Ein Baum unter dem im Herbst jedes Blatt entfernt wird ist von vornherein geschwächt, bildet doch das abgeworfene Laub genau die Nährstoffgrundlage die der Baum braucht. Weiter spielt die Wasserversorgung eine große Rolle, oft ist Überdüngung des Wassers eine Ursache das ein Baum anfällig für Schädlinge und Krankheiten ist. Viele Bäume stehen auf einer Rasenfläche die kontinuierlich mit Moosentferner und Unkrautvernichtungsmittel versehen wird, den Rest um den Boden und das Wasser zu verseuchen ist dann Überdüngung des Rasens.

Hochgezüchtete Sorten die nur darauf getrimmt sind, sehr große Früchte die nur schön aussehen sollen, tragen ebenfalls dazu bei die Anfälligkeit der Bäume zu erhöhen.

Fazit: Ein von Grund auf geschwächter Baum ist anfällig gegen Krankheitserreger und Schädlinge.

Denken Sie an Kinder die in Großstädten in klinisch sauberen Wohnungen aufwachsen, vor jedem schlechten und kalten sowie nassen Wetter ferngehalten werden, diese sind viel anfälliger von Krankheiten vor allen Allergien als Kinder die auf dem Land mit Tieren, auch mal schmutzigen Händen und schmutzigen Schuhen sowie auch mal nassen Sachen vom im Regen spielen aufwachsen.

Grundlage für einen gesunden Baum

Erst wenn das Herbstlaub (außer es ist von Schädlingen und Krankheitserreger befallen) unter dem Baum liegen bleiben darf, der Baum nicht auf einer auf Millimeter herruntergeschnittenen Rasenfläche steht und auch etwas Moos und eine Brennnessel im Garten stehen bleiben darf sowie genügend Brutmöglichkeiten für Vögel, Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten und Kleinlebewesen vorhanden sind, keine Unkrautvernichtungsmittel und Kunstdünger verwendet wird wird sich so langsam die Grundlage einstellen (über mehrere Jahre), dass der Baum einen Befall von Schädlingen oder Krankheitserreger fast ohne menschlichen Eingriff übersteht bzw. verkraftet.

Pflaume

Möglichkeiten von Erregern und Schädlingen

Bei vielen Erkrankungen entstehen Verfärbungen auf den Blättern, allerdings ist gelb nicht gleich gelb und kann auch ins grünliche oder hellbraun gehen. Auf eine perfekte Farbbestimmung sollte man sich nicht festlegen, abhängig von den Standort- und Lichtbedingungen wie volle Sonneneinstrahlung, Halbschatten oder bedeckten Himmel ist die Farbbestimmung unterschiedlich.

Scharka- Krankheit auch Pockenkrankheit genannt

Die Krankheit wird durch einen Virus hervorgerufen (Scharka-Virus) der hauptsächlich Aprikosen, Nektarinen, Pfirsiche, Pflaumen und Zwetschgen befällt.

Auf den Blättern bilden sich helle olivgrüne bis olivgrüne Ringe (Flecken) diese entwickeln sich zu schwarzen Punkten.An den Früchten entstehen pockenartige oder linienförmige Vertiefungen an diesen Stellen wird das Fruchtfleisch rötlich und wird gummiartig. Durch den Befall fallen die Früchte vorzeitig ab.

Die Symptome treten nicht in jedem Jahr auf.

Übertragen wird der Virus durch die Große Zwetschgenblattlaus, die Grüne Zwetschgenblattlaus, die Grüne Pfirsichblattlaus, kleine Pflaumenblattlaus, Mehlige Pflaumenblattlaus sowie der Hopfenblattlaus. Eine weitere Übertragung kann durch Insekten, infizierte Reisern oder neuen infizierten Pflanzen erfolgen.

Der Virus und seine Symptome können nicht bekämpft werden, nur seine Ausbreitung sollte verhindert werden, einmal befallende Gehölze bleiben dauerhaft befallen.

Nicht befallende Bäume können mit Insektenschutznetzen versehen werden, stark befallende Bäume sollten entfernt werden wobei das Abfallmaterial sofort entsorgt werden muss.

Der Befall durch den Scharka-Virus ist meldepflichtig!

Der Virus kann auch auf Acker-Goldblumen, Taubnässeln, Bittersüße Nachtschatten und wilden Schlehen vorkommen.

Ist der Befall an den Blättern nicht eindeutig zu erkennen sollten die Früchte untersucht werden. Im Fruchtinneren findet man blasse ringförmige Zeichnungen, das Fruchtfleisch ist rotbraun und gummiartig. Auf Grund des geringen Zuckergehalts ist die Frucht geschmacklos und schmeckt fade.

Tritt in der Nähe ein Befall des Scharka-Virus auf sollten nicht infizierte Bäume vor Blattlausbefall geschützt werden.

Zwetschgenrost (Pilz)

Es bilden sich auf der Blattoberseite von Pflaumen kleine glänzend gelbe Flecken. An der Blattunterseite bilden sich braune in der Weiterentwicklung schwarze Sporenhäufchen. Bei starken Befall trocknen die Blätter und fallen ab.

Um im Folgejahr den Befall zu mindern sollte das Laub im Herbst entfernt und Entsorgt werden (nicht auf den Kompost) dabei sollten die Blätter gründlich entfernt werden.

Gegen den Rostpilz können auch geeignete Pilzspritzmittel eingesetzt werden.

Pflaumensägewespe

Die Larven fressen an den sich entwickelnden Fruchtknoten, die Früchte werden ausgehöhlt und sind mit Kot gefüllt, befallende Früchte werden mit dem Stiel abgestoßen.

Es können Leimtafeln aufgehängt werden, befallende Früchte sollten entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Komposthaufen). Das Abdecken des Bodens mit einer Plane verhindert das die Larven sich im Boden verpuppen können, dadurch wird die Ausbreitung der Pflaumensägewespe reduziert. Heruntergefallende Früchte sofort von der Plane entfernen.

Bakterienbrand

Auf der Rinde des Baumes sind rillige eingesunkende schwarz-rote Läsionen (Schädigung, Verwundung) erkennbar die aufreisen, aus diesen kommt zu Harzaustritt. Auf den Blättern entstehen gelbliche Ringe, die entstandenen Löcher auf den Blättern sind ölig.

Befallene Stellen sollten bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden, Schnittgut entsorgen (nicht auf dem Komposthaufen). Der Baum kann mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln gespritzt werden.

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