Pilzbefall oder Schädling?

Ein Baum ist von einem Pilz befallen und es ist nicht eindeutig, um welchen Pilz oder Schädling es sich handelt. Es gibt eine Vielzahl von Pilzen, wird der Baum befallen, zeigen die Blätter immer ähnliche Symptome. Durch das Absterben (Abtrocknen) rollen sich die Blätter. Es spielt im wesentlichen keine Rolle, um welchen Pilz oder Schädling es sich handelt (im laufende Text wird immer Pilz angegeben, was allerdings auch für die Schädlingsbekämpfung gilt), da Pilze im Durchschnitt immer mit den selben Maßnahmen bekämpft werden. Ist ein Baum einmal von einem Pilz befallen, lässt sich dieser nur reduzieren, eine endgültig Bekämpfung ist nicht möglich. Alle Maßnahmen gelten nur der Reduzierung, dem Rückzug des Pilzes und somit der Entziehung der Lebensgrundlage für den Pilz.

Sofortmaßnahmen

  1. Alle Äste mit den befallenen Blätter entfernen, Rückschnitt bis zu den unteren Ästen bzw. Äste und Zweige die noch keine Symptome zeigen. Die unteren Äste bilden eine neue Krone, durch Schnittmaßnahmen wachsen die Äste in Form eines Kelches (Weinglas) weiter. Die entfernten Äste sollten im Hausmüll bzw. durch verbrennen entsorgt werden, es sollte darauf geachtet werden, dass keine Blätter und Astteile auf den Boden liegen bleiben. Eine Plane, Decke oder Bettlaken unter dem Baum ausgebreitet verhindert, dass der Pilz Bodenkontakt erhält.
  2. Aus 5 %-tigen Essig, 1 Teil Essig mit 5 Teilen Wasser mischen und den kompletten Baum einsprühen (Blätter und Äste/Zweige auch von Unten). Ist kein Sprühgerät vorhanden, kann der Baum, soweit er nicht zu groß ist, mittels Pinsel bestrichen werden eine leere Haushaltsreinigersprühflasche (gereinigt) z.B. für Fensterputzmittel ist auch geeignet, diese Maßnahme 3 bis 4 mal durchführen. Pilze vertragen die Essigsäure nicht, so wie im Haushalt bei Schimmelbefall Essigreiniger eingesetzt werden kann.
  3. Nach dem Essig alle Teile gründlich mit Brennnesseljauche/Sud einsprühen und den Baum kräftig mit Brennnesseljauche gießen. Durch das benetzen, vor allem den Blätter werden diese gekräftigt. Brennnesseljauche löst eine Art Bioreaktion aus, nach mehreren Tagen werden die Blätter kräftiger und sind weniger anfällig gegen Pilzbefall und anderen Schädlingen. Eine Woche jeden zweiten Tag (bei dem kleinen Birnbaum, sind pro Gießen 10 l Jauche ausreichend) mit Jauche den Baum gießen, danach 1x pro Woche. Bei GartenBob.de in der Kategorie „Schädlinge & Krankheiten“ unter „Brennnesselsud/Jauche, Mengenverhältnis zwischen Wasser und Brennnesseln“ sowie in der Kategorie „Garten Videos“ unter „BRENNNESSEL SUD HERSTELLEN – VIDEO“ findet man die nötigen Informationen wie Brennnesseljauche hergestellt wird. Durch das Gießen mit Brennnesseljauche wird der Baum von innen her gestärkt.

Mehr kann man nicht tun, nur abwarten

Die Maßnahmen 1 bis 3 können zusätzlich 1x im Monat wiederholt werden. Auf die Chemiekeule (Einsatz von Fungizide) sollte verzichtet werden. Werden Gifte eingesetzt, wird der Pilz zwar teilweise verdrängt, der Baum muss zusätzlich die Gifte verkraften, gestärkt wird er nicht. Um eine Wirkung mit der Chemiekeule zu erreichen, muss so viel Gift eingesetzt werden, dass die Früchte als „Giftmüll“ entsorgt werden sollten.

Weitere Maßnahmen

In der Zeit des Abwarten kann man sich in aller Ruhe mit den Pilzen beschäftigen. um die genaue Ursache zu finden. Bei GartenBob.de in der Kategorie „Schädlinge & Krankheiten“ findet man alle nötigen Informationen über welche Krankheiten oder Schädlinge es sich handelt. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um einen Birne oder einen Apfelbaum handelt. Nur Geduld muss man haben und sich durch die einzelnen Rubriken durcharbeiten. Bei einem Baum sowie den Krankheiten und Schädlingen handelt es sich um Lebewesen, da hilft „Kein Klick und alles ist weg“ nur Geduld ist angesagt.

Wie kommt es immer wieder zu Krankheiten und Schädlingen?

Der Garten ist zu perfekt aufgeräumt, kein Wildkraut darf wachsen und wenn doch wird sofort die Chemiekeule eingesetzt. Biotope fehlen als natürliches Rückzugsgebiet für die Fressfeinde der Schädlinge, auch für Pilze und andere Krankheiten hat die Natur Möglichkeiten diese selbstständig zu bekämpfen. Von der Blattlaus bis zum Pilz hat jeder seinen natürlichen Fressfeind.

Ein Beispiel: An einer Rose befand sich von einem Tag auf den anderen eine Blattlauskolonie. Ein konventioneller Gärtner würde eine Panikattacke bekommen und sofort die Chemiekeule einsetzen. Ich denke darüber nicht nach, dieses Problem erledigen meine Arbeitskräfte im Garten selbstständig, die natürlichen Fressfeinde haben nach einigen Tagen das Problem mit den Blattläusen erledigt. Gegen Krankheiten schützen wird die Pflanzen durch den regelmäßigen Einsatz von Brennnesseljauche sowie anderen natürlichen Mitteln.

Seit dem wir das Grundstück über zwanzig Jahre nutzen wurde noch nie die Chemiekeule und Kunstdünger eingesetzt, gedüngt wird durch Mulchen, Kompost und Brennnesseljauche, auch wenn die Jauche etwas riecht (stinkt). Hauptbestandteil der Schädlings- und Krankheitsbekämpfung ist das natürliche Gleichgewicht. Mischkulturanbau ist besser Monokultur und abseits dürfen auch Brennnessel und Co wachsen.

Pilzbefall

Natürlich Gärtnern soll nicht heißen, dass es keinen gepflegten Rasen mehr geben soll, auch unsere Rasenfläche wird regelmäßig gemäht. Bei GartenBob.de findet man unzählige Tipps und genügend Bild- und Videomaterial wie es möglich ist in einem Garten ohne Giftkeule und Kunstdünger im Einklang und mit dem natürlichen Gleichgewicht zu „Gärtner“ und sich zu „Erholen“.

Pilzbefall oder Schädling

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