Retro auch beim Baumaterial

Retro eigentlich eine Bezeichnung für eine Modewelle die Retrowelle, diese sollte nicht nur als Modeerscheinung betrachtet werden, vor allem, wenn nicht nachgemachte Gebrauchsgüter und Baustoffe verwendet werden, sondern alte Originale. Da es sich bei Retro nicht um seltene Antiquitäten handelt, ist das Angebot riesig, der Markt dürfte voll mit Gütern sein.

Retro auch beim Baumaterial

Auf Trödelmärkten findet man alles, was man braucht, von der Kaffeemaschine bis zum Kleiderschrank, eine bessere Form der Nachhaltigkeit gibt es nicht. Neben der Nutzung der Objekte wird Energie gespart und natürliche Ressourcen werden nicht verbraucht, es muss nichts verbraucht und produziert werden.

Die produzierende Industrie dürfte keine Freude daran haben

Wird nichts produziert, wird kein Geld verdient und angeblich werden Arbeitsplätze gefährdet. Ein großer Irrtum was die Arbeitsplätze betrifft, es erfolgt nur ein Umlagerung der Arbeitsplätze in andere Bereiche und damit kommt es zu einer besseren Verteilung des Geldes.

Machte die Industrie Milliarden Gewinne und die Aktionäre, Vorstände und Firmeninhaber wissen nicht, wohin mit ihrem Geld bzw. leben in einem unerschöpflichen Überfluss, nimmt die Retrowelle einen großen Einfluss darauf.

Es dürfte keinem der Superreichen weh tun, wenn er ein paar Euro weniger Gewinn macht, schließlich sind ihre Bankkonten übervoll.

Wie erfolgt die Umlagerung?

Die Umlagerung erfolgt auf andere Handwerk- und Produktionsbereiche, schließlich müssen Retroobjekte aufgearbeitet werden, es kommt zu einer Umlagerung der Bearbeitungstechnik. Die Schleifmaschine landet nicht mehr beim Produzenten, sondern beim Reproduzenten. In der Produktion freigesetzten Arbeitskräfte wechseln nur in den Reproduktionsbereich, alles in allem eine Form der Postwachstumsökonomie.

Der Nutzen

Es wird weiter gearbeitet, nur keine oder nur sehr wenige Ressourcen werden verbraucht. Einer der größten Nutznießer ist oder wird dabei der Umweltschutz und damit die Umwelt, da mehr Altmaterialien recycelt werden können (müssen), da die Stoffe wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können, da ein hoher Bedarf an Retromaterialien besteht. Der Transportaufwand verringert sich um ein vielfaches, was wiederum unserer Umwelt zu gute kommt.

Es muss mal wieder etwas „Neues“ sein

Der voll funktionsfähige Geräteschuppen ohne Mängel muss einmal wieder durch einen neuen ersetzt werden, nur weil die Bretter Gebrauchsspuren zeigen, schließlich könnten die Nachbarn denken, man ist zu arm, um sich einen neuen Schuppen zu leisten, der alte Schuppen sieht nicht mehr modern aus.

Obwohl der alte Schuppen nicht defekt ist, wird dieser abgerissen und sämtlich Bretter landen auf dem Recyclingplatz, wo die Bretter und andere Holzabfälle schließlich geschreddert werden und in der Verbrennungsanlage landen.

Eine riesige Verschwendung von wertvollen Baumaterial

Aus dem Altholz hätte wieder ein neuer Schuppen im Retrostil entstehen können, etwas aufgearbeitet werden aus älteren Brettern wieder neue. Baustoffe wie Steine, Fliesen, Balken, Dachziegel, Fenster und andere Baumaterialien landen mit voller Gebrauchsfähigkeit auf den Recyclingplatz, werden zerkleinert und fachgerecht entsorgt.

Es ist eine enorme Verschwendung von Materialien, die unnötig zerstört werden, alte Steine werden entsorgt und neue Häuser mit auf alt getrimmten neuen Steinen gebaut. Alte Balken werden entsorgt und neue auf alt getrimmte Balken eingebaut, die Verschwendung von Materialien ist dabei riesengroß.

Es wäre einfacher alte Materialien aufzuarbeiten und wieder zu verwenden, in diesem Fall hätte man die Gewissheit originale Baustoffe verwendet zu haben und keine nachgemachten. Nachgemachte Baustoffe zu verwenden ist wie für ein Fälschung eines Gemäldes Geld auszugeben.

Die wohlhabenden Menschen unserer Gesellschaft machen es vor, stehen doch die ältesten Möbel, Bilder und Gebrauchsgüter als Antiquitäten in ihren Villen, Schlössern, Landhäusern und Häusern, alle diese heute benannten Antiquitäten wurden vor langer Zeit so wie die alten Bretter durch neue ersetzt nur, wie beim Schuppen „Es muss einmal wieder etwas Neues sein“. Hätte es in der Vergangenheit keine Menschen gegeben, die die nicht mehr aktuellen Dinge aufzuheben, gebe es keine Antiquitäten und auch keine Museen.

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