Terrassenaufbau sinnvoll nutzen

Terrassen sind praktisch, erweitern diese doch die Wohnfläche bis in den Garten. Wenn in den Sommermonaten es Abends kühler wird, sorgen die sich am Tage aufgewärmten Hauswände für ein angenehmes Klima. Für Kübelpflanzen, vor allem für Exoten, bieten Terrassen den perfekten Platz. Terrassen nehmen aber auch eine Menge Fläche ein, eine Menge Platz ist ungenutzt verbaut. In modernen Häusern sind die Keller auf Grund ihrer Bauweise, Wärmeisolierung und Heizungen sehr oft zu warm, um optimale Bedingungen für Obst und Gemüse zu bieten. Im Garten wäre noch die Möglichkeit eine Miete zu schachten, diese ließe sich dann für Wurzelgemüse nutzen, für Äpfel, Birnen oder selbst hergestellte Säfte und eingekochtes Obst sowie Gemüse sind Mieten nicht geeignet. Aus wirtschaftlichen Gründen wird sehr oft beim bauen eines Hauses auf den Keller verzichtet, damit sind die Lagermöglichkeiten für eigenes Obst und Gemüse begrenzt.

Die Terrasse nutzen

Als Lagermöglichkeit bietet sich eine Terrasse an, vor allem wenn Terrassen über dem Geländeniveau liegen, kann schon beim Bau dieser, ein Lagerraum unter der Terrasse eingeplant werden. Terrassen haben ein Fundament und einen soliden Aufbau, so kann beim Bau ein Teil (oder die gesamte Fläche) des Unterbaus der Terrasse tiefer ausgehoben und als Kellerraum ausgebaut werden. Der Zugang kann über eine sich nach oben öffnende Einstiegsklappe erfolgen. Ist die Terrasse überdacht, ist eine Regenabdichtung nicht nötig, bei frei liegenden Terrassen lässt sich die Klappe mittels Dichtgummis wie sie an Dachkippfenster montiert sind abdichten.

Der Einstieg kann über eine Leiter oder Stiege erfolgen, eine teure Treppe kann muss aber nicht sein, schließlich dient der Kellerraum als Lager und muss nicht täglich aufgesucht werden. Ist die Terrasse schon gebaut, kann der Kellerraum nachträglich ausgehoben werden. Die Tiefe ist abhängig vom Terrassenaufbau, auf Grund des Fundamentes (wenn vorhanden) kann man noch fast bis auf die Fundamenttiefe ausschachten. Der später eingebrachte Fußboden, bringt den nötigen Gegendruck für die ausgeschachtete Fundamentseite. Auf Grund der geringen Höhe wird man nicht gerade stehen können, entweder man lässt den Kellerraum auf der geringen Höhe oder erhöht diesen und erhält auf der Terrasse einen erhöhte Absatz. Dieser bringt auf die sonst flache Terrasse Abwechselung und kann gestalterisch entweder für Kübelpflanzen oder erhöhte Sitz- oder Liegefläche verwendet werden.

Bauen des Kellers

  • Bodenbelag (Fliesen, Holzdielen) vorsichtig entfernen, dieser kann später wieder auf die Kellerdecke aufgebracht werden.
  • Kellerraum auf die gewünschte Größe und Tiefe ausschachten, da die Terrassenfläche aufgefüllt ist, ist es notwendig eine Trennwand einzubauen, Fundament einbauen und aufmauern, danach die Trennwand wieder mit Füllmaterial auffüllen.
  • Deckenbalken einbauen und die Kellerdecke aufbauen (wir haben Bretter verwendet), wie beim Fußbodenaufbau kann dann der alte Bodenbelag (Fliesen, Holzdielen) wieder auf die Kellerdecke aufgebaut werden.
  • Mit etwas Geschick kann man die Einstiegsluke selber bauen oder verwendet eine Dachbodenklappe. Die Luke oder Klappe sollte massiv genug sein, um diese betreten zu können, da sie ebenerdig ist. Bei Bedarf und genügend Platz kann natürlich ein Kellerabgang gebaut werden.
  • Die Kellerdecke und die Außenwände können zusätzlich wie ein Dachboden isoliert werden.
  • Als Kellerabgang kann eine Leiter mit breiten Trittstufen oder eine selbstgebaute kleine Treppe (Stiege – Steile Treppe ähnlich einer Leiter) genutzt werden, eine herkömmliche Treppe benötigt zu viel Platz.
  • Die Beschreibung ist keine Bauanleitung und soll nur zur Anregung dienen, ein Allround- Handwerker ist anhand der Ideen und Bilder in der Lage einen Lagerkeller zu bauen.

Bild 1

Das Lagerregal wurde aus Dachlatten und einfachen unbehandelten Bretter gebaut, der Abstand der Regalhöhen haben wir nach unseren verwendeten Einkochgläser gewählt. Für unsere eingelegten Gurken wurde ein extra Regalboden eingebaut.

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Vorrat bis zur nächsten Ernte, alles ohne Konservierungsstoffe und künstlichen Aromen, ein muss für unsere Gartenküche. Das eingekochte Gemüse hatte genug Zeit zum wachsen und das ohne Pestizide, Herbizide, Fungizide sowie extreme Düngerzugabe, so schmeckt eine Bohne noch wie Bohne oder die Möhre mit ihren süßlich-erdigen Geschmack eben noch nach Möhre.

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Bild 3

Der Keller bietet die idealen Lagerbedingungen für unsere Äpfel, die Obststiegen gibt es gratis beim Fruchthandel oder der Laderampe am Supermarkt, da diese nur als Einwegkisten verwendet werden, einfach einmal nachfragen. Beim sachgemäßen Umgang lassen sich die Obstkisten über Jahre verwenden. In der Mitte des Bildes ist ein Behälter zu sehen, in diesem lagern wird die nicht benutzten Schraubdeckel. Auf Grund der höheren Luftfeuchtigkeit verhindert der verschlossene Behälter, dass sich Ablagerungen oder Rost an den Deckeln bildet.

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Eine stabile Holzkiste bietet Lagermöglichkeiten für unsere Futterrüben und die rote Beete. Für Möhren kann ein mit Sand gefüllte Kiste verwendet werden, in dem Sand bleiben die Möhren frisch.

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Bild 5

Alles noch im Rohbau, zu erkennen die Aufmauerung des Kellers, diese macht es möglich, im Keller bequem zu stehen. Auf die Holzabdeckung wird später der Bodenbelag, Fliesen aufgeklebt. Der Abgang zum Keller wird mit einer Luke verschlossen, diese wird ebenfalls mit Fliesen beklebt, so entsteht eine ebene Fläche, lediglich ist um den Lukenbereich ein Spalt zu sehen. Auf die Terrassenfläche wird im nach hinein noch ein Anbaugewächshaus gebaut, um eine optimale Ausnutzung der Fläche zu erreichen. Die Erdwärme hält nicht nur den Keller frostfrei sondern sorgt zusätzlich im zeitigen Frühjahr und Winter für eine Erwärmung des Gewächshauses. In den Sommermonaten funktioniert alles umgedreht, der kühle Keller schützt vor Überhitzung des Gewächshauses. Bei -15°C bleibt der Keller auch ohne zusätzlicher Isolierung frostfrei, tiefere Temperaturen gab es nach dem Bau des Kellers noch nicht. Sollte bei -20 oder -25°C Frostgefahr bestehen kann immer noch eine Frostschutzheizung eingebaut werden.

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Die Zwischenwand trennt den nicht ausgeschachteten Teil der Terrasse vom Keller ab, wer eine glatt verputzte Wand benötigt, kann dies problemlos ausführen. Wir sparen uns die Arbeit sowie die Kosten, der Putz bringt nicht mehr als bei Sonnenschein eine Laterne im Garten anzuschalten. Der Bauschaum wird noch ordentlich gerade abgeschnitten und die Wand gekalkt, so bleibt das natürliche Aussehen eines Kellers erhalten.

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Der Aufbau der Terrasse hat noch Platz für ein Kellerfenster ermöglicht. Handelsübliche Kellerfenster waren zu groß, eine passende Scheibe, ein paar Stücken Dachlattenreste und das Fenster passt. Da es sich um ein Keller handelt, muss dieser nicht perfekt aussehen wie eine Puppenstube, er soll nur funktionieren.

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