Tomaten im Gewächshaus wachsen spärlich – Blüten schimmeln

Wenn Tomatenpflanzen im Gewächshaus nur spärlich wachsen fehlen Nährstoffe, Wasser oder die Standortbedingungen stimmen nicht. Es gibt auch Ausnahmen, die bei einer Überversorgung von bestimmten Nährstoffen im Boden für schlechtes Wachstum sorgen. Da in einem normalen Garten kein Großraumgewächshaus steht, kann auf eine Bodenprobe verzichtet werden.

Mindestens zwei Spatenstich tief die Erde austauschen. Wenn das Gewächshaus auf die schon vorhandene Gartenerde gestellt wurde (meistens üblich) sollte die neue Erde nicht aus diesem Garten verwendet werden. Besser ist es sich Erde von einem weiter entfernten Bereich zu beschaffen, da eine Mangelerscheinung meistens großflächig ausfällt und nicht hinterm Gartenzaun endet.

Ist die komplette Erde aus dem Gewächshaus entfernt kann auch gleich noch eine Dränageschicht eingebracht werden. Dazu eine ca. 20 Zentimeter Schicht Kies oder Mineralgemisch (Betonbruch) einbringen. Als Schutz vor Wühlmäusen kann noch engmaschiges Draht aufgelegt werden. Danach die neue Erde auffüllen, die erste Lage Erde sollte etwas fest getreten werden, ist diese zu locker kann sich die Feuchtigkeit des Gießwassers nicht im Boden halten und läuft durch die Dränageschicht weg.

Nährstoffbedarf

Tomaten haben einen hohen Nährstoffbedarf, gerade im Gewächshaus ist der Vorrat an Nährstoffen begrenzt. Hat man keine Gewissheit über den Boden kann Mist oder Kompost eingebracht werden. Auf Kunstdünger kann verzichtet werden, ein regelmäßiges gießen mit Brennnesselsud, sowie in der Hauptwachstumsphase eine Zugabe von Komposterde sollten ausreichen, um eine ausgewogene Nährstoffversorgung zu erreichen.

Die Zugabe von Mineralien kann durch die Zugabe von Steinmehl (Urgesteinmehl) erfolgen. Wenn Tomatenpflanzen nicht so richtig wachsen greifen viele Hobbygärtner sofort zu Kunstdünger in jedem Gartencenter und Baumarkt zu erhalten. Durch die übermäßige Zugabe von Kunstdünger ohne zu wissen was der Pflanze wirklich fehlt, wird genau das Gegenteil erreicht, die Pflanze wächst nicht richtig.

Der hohe Nährstoffbedarf von Tomaten an Phosphor und Stickstoff wird durch gute Komposterde vollkommen gedeckt. Tomatenpflanzen haben einen hohen Wasserbedarf, eine ausgewogene Bewässerung ist erforderlich, Staunässe sollte vermieden werden. Auch bei schlechten Wetter benötigen Gewächshaustomaten Wasser, schließlich regnet es im Gewächshaus nicht. Auf Grund der höheren Temperaturen im Gewächshaus verdunstet auch mehr Wasser als im Freiland. Tomatenpflanzen sollten nur am Boden gegossen werden, alle anderen Pflanzenteile sollten trocken bleiben.

Blüten schimmeln

Schimmelbefall (Pilz) im Gewächshaus ist in den meisten Fällen auf zu hohe Luftfeuchtigkeit zurückzuführen. Schimmel bildet sich immer dort wo der Pilz die idealen Bedingungen findet. Ein Gewächshaus ist für Schimmelpilze der ideale Standort. Eine der häufigsten Ursachen im Gewächshaus ist die hohe Luftfeuchtigkeit, was auf eine ungenügende Belüftung zurückzuführen ist. Ein einmaliger Schimmelpilzbefall kann durch eingebrachte Sporen erfolgen und kann mit entsprechenden Maßnahmen bekämpft werden. Es kann ein entsprechendes Fungizid eingesetzt werden.

Fungizid

Ist ein biologischer bzw. chemischer Wirkstoff der Pilze und die Sporen abtötet oder so lange das Fungizid wirkt das Wachstum des Pilzes verhindert.

Auf chemische Mittel sollte verzichtet werden. Bio ist besser, einfach die befallenen Stellen mit Milch einsprühen. Auch Lösungen aus Waschnüssen oder Schachtelhalmen helfen gegen Pilzbefall.

Ständiger Pilzbefall

Ist der Schimmelpilzbefall über einen längeren Zeitraum, in jeder Saison über Jahre, zu verzeichnen wie bei Tomaten sollten über 1 bis zwei Jahre keine Tomaten ins Gewächshaus gepflanzt werden. Pilzsporen können allerdings Jahre überdauern. Die Ursache des andauernden Pilzbefall kann aber auch außerhalb des Gewächshauses liegen, am besten im Umfeld und der Nachbarschaft nachfragen ob auch dort ein Schimmelpilzbefall an Tomaten erkennbar ist. Sporen werden über die Luft und Insekten übertragen, schließlich ist ein Hobbygewächshaus nicht hermetisch abgeriegelt. Im professionellen Gewächsaus-Tomatenanbau sind Luftschleusen vorhanden. Auch wenn keine Tomatenpflanzen angebaut werden sollte das Gewächshaus weiter mit Fungiziden behandelt werden, da die Sporen im Boden sowie in jeder Ritze überleben können.

Was Schimmelpilze nicht mögen

Trockene Luft (allerdings sollen Tomaten keinen Durchzug vertragen)

Der Käufer eines Fertiggewächshaus geht davon aus, dass die vorhandenen Belüftungen ausreichen. Allerdings geht der Hersteller bei der Produktion immer von den idealen Bedingungen aus. Wer sein Gewächshaus selber baut und genügend Erfahrungen gesammelt hat baut in der Regel mehr Belüftungen ein als in einem handelsüblichen Gewächshaus vorhanden sind.

In ein handelsübliches Gewächshaus zusätzliche Lüftungen einbauen kann auf Grund der vorgefertigten Bauteile etwas handwerkliches Geschick erfordern. Meistens lassen sich aufklappbare Dachöffnungen nachrüsten, reichen diese nicht aus ist Ideenreichtum gefragt. Notfalls kann eine ganze Scheibe ausgebaut und ein Klappfenster eingebaut werden.

Die Bilder zeigen einige Möglichkeiten als Anregung

Gewächshaus FensterGewächshaus LüftungGewächshaus Fenster aufklappbarLüftung Gewächshaus

Alles weitere über Schimmelpilze und Tomatenkrankheiten findet man bei GartenBob.de unter Schädlinge & Krankheiten „Tomaten Krankheiten“.

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