Pflanzenschädling oder harmlos? Die rote Feuerwanze im Garten!

Bei einem gemütlichen Spaziergang im Frühjahr, wenn die Natur noch karg ist und die Bäume erst austreiben, fallen so manchem Naturfreund die leuchtend roten kleine Feuerwanzen ins Auge. Sie sammeln sich in großen Gruppen, wenn die Sonnenstrahlen die Natur zum Erwachen bringen, am Fuße eines Baumes oder Strauches. Meist werden Rosskastanien, Akazien oder Malvengewächse wie Linden oder der Hibiskus besiedelt.

Gruppe mit Feuerwanzen an einem Baumstamm

Durch ihren feuerroten PanzerFeuerwanzen Baum mit seltsam anmutendem Muster, wirken sie gar bedrohlich. Wie ein kleines giftiges exotisches Insekt aus einem fernen Land. Was sind Feuerwanzen und was machen die kleinen Tierchen, die in Gruppen von Februar bis Ende Mai, die Baumstämme besiedeln eigentlich?

Schädigen oder schwächen sie Bäume oder Sträucher oder haben sie gar positiven Einfluss? Hier gibt es die Antworten:

Was ist die Feuerwanze?

Innerhalb der Familie der Feuerwanzen gibt es ca. 400 Arten. Davon lebt der Großteil in den Tropen. In Mitteleuropa sind nur zwei Arten anzutreffen. Die auffallend rote Feuerwanze und ein unauffälliger, selten anzutreffender brauner Artgenosse.

Bei der rot-schwarz gefärbten Feuerwanze handelt es sich um die Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus). Sie erreicht eine Körperlänge von 9 bis 12 Millimeter und überwintert in Mauerritzen und unter Bodenstreu.

Von was ernähren sich Feuerwanzen?

Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Blütenresten, Samen und toten Insekten. Also von dem was die Natur hergibt. Sie fressen keine Blätter oder Pflanzen an und schädigen oder schwächen diese auch nicht.

Mit ihrem mehrteiligen Rüssel saugen sie Flüssigkeit aus der Nahrung und den Pflanzensamen.

Interessante Fakten rund um die Feuerwanze?

Die geselligen WanzenFeuerwanzen Wand haben verkürzte Flügel und können deshalb auch nicht fliegen. Es kommt jedoch auch immer wieder vor, dass männliche Exemplare flugfähige Flügel ausbilden. Diese können dann tatsächlich auch fliegen.

Von April bis Mai findet die Paarung statt. Der Paarungsakt kann bis zu 30 Stunden dauern. Sicherlich sind schon so manchem Beobachter, die voneinander abgewandten mit dem Hinterteil verbundenen Pärchen aufgefallen, die sich dabei auch fortbewegen. Einer vorwärts und der andere notgedrungen rückwärts.

Feuerwanzen bei der Paarung

Nach der Paarung legt das Weibchen ca. 60 Eier. Die Larven sind nach ungefähr 40 Tagen ausgewachsen. Sie häuten sich in dieser Zeit in etwa fünfmal, bis die Nymphe das Erwachsenenstadium erreicht hat.

Feuerwanzen kommunizieren miteinander. Sie tauschen verschiedene Informationen untereinander aus. Dies geschieht mittels Duftstoffe, sogenannter Pheromone. Diese werden über Stinkdrüsen versprüht. Dabei werden die Artgenossen über gute Plätze mit reichlich Nahrung aber auch über Gefahrenquellen informiert.

Die roten Tierchen haben keine natürlichen Fressfeinde. Ihre Färbung gilt als Warnfärbung und hält Vögel fern. Sollte es jedoch einmal zu einem Angriff auf die Gruppe kommen, stoßen sie bei Gefahr aus einer Drüse ein übelriechendes Sekret aus, das einen potenziellen Angreifer vertreibt.

Nützlich oder schädlich für Bäume und Sträucher?

Eigentlich trifft nichts von beidem zu. Die Feuerwanze ist weder besonders nützlich für Bäume, noch schädigt sie die Pflanzen. Sie ist also völlig harmlos und ein wertvoller Bestandteil unserer Natur. Sie sollten deshalb auch an Ort und Stelle belassen werden.

Sollte jedoch der seltene Fall auftreten, dass sich die Feuerwanzen in großer Zahl an Ihrer Hauswand ausbreiten und bei geöffnetem Fenster ins Haus dringen, kann über eine Umsiedlung nachgedacht werden.

Zumeist reicht es jedoch abzuwarten. Spätestens Ende Mai verschwinden die Ansammlungen der Wanzen wieder und die Tierchen ziehen sich in ihre Höhlen zurück.

Feuerwanzen Befall minimieren oder verhindern

Feuerwanzen umsiedeln

Die Feuerwanzen lassen sich vorsichtig abkehren und in einer Kehrschaufel auffangen. Setzen Sie die Tierchen dann einfach an einer Stelle weiter vom Haus entfernt wieder aus.

Feuerwanzen fernhalten

Ein amerikanischer Insektenforscher entdeckte per Zufall, dass sich die Wanzen durch Bestandteile des Holzes der Balsamtanne nicht weitervermehren können. Dieses Holz verhindert die letzte Häutung der Nymphe und damit das Erwachsenenstadium. Durch die Ausbringung von Spänen der Balsamtanne an beliebten Vorjahresplätzen, kann eine erneute Besiedelung verhindert werden.

Aus Liebe zur Natur

Die Feuerwanze ist ein interessanter Gartenbewohner, der am besten an Ort und Stelle belassen wird. Um Ihre Gartenpflanzen brauchen Sie sich keine Sorgen machen, da es sich bei der Wanze um keinen Schädling handelt. Genießen Sie also gerne beruhigt weiterhin Ihren Garten.

Autoreninfo:Anita Schmid

Anita Schmid

Im Einklang mit der Natur und Tierwelt – Der Garten ohne jegliche Pestizide – Anita Schmid ist Bloggerin bei Garten-zeit24.de und hat sich dem Motto „Natur und Natürlich“ verschrieben.

Schreibe einen Kommentar