Himbeere Krankheiten

Himbeeren gehören einfach in jeden Garten, sie sind wohlschmeckend und lassen sich vielfältig verwenden. Wie wäre es mit Himbeergeist, Marmelade, Kuchenbelag, Gelee, als Zugabe zu Eis oder einfach nur zum Naschen beim Gartenspaziergang.

Blattläuse

Durch die Blattläuse ist das Triebwachstum stark eingeschränkt, es können Blattverkrüppelungen auftreten, die Blätter rollen sich ein, diese verfärben sich. Die Farbe der Blattläuse kann bei der Vielfalt von Arten unterschiedlich sein, weißlich grün bis grüngrau und grau bis schwarz. Blattläuse treten in großen Kolonien auf. Die Läuse sondern Honigtau ab erkennbar an seinem weißlich bis transparenten Aussehen. Auf den Honigtau bildet sich ein Pilz, dieser sorgt für Schwarzfärbung des Taus.

Himbeere Krankheiten

Ameisen ernten den Honigtau, krabbeln diese an der Pflanze herum, ist dies meistens ein Anzeichen von Blattläusen. In einem Garten in dem das natürliche Gleichgewicht stimmt, regeln die natürlichen Feinde wie Marienkäfer und deren Larven, Schwebfliegenlarven, Florfliegen und deren Larven, Raubwanzen, Raubkäfer, Laufkäfer, Weichkäfer, Glühwürmchenlarven, Vögel und Spinnen den Blattlausbestand.

Auf Spritzmittel sollte verzichtet werden, diese töten die natürlichen Feinde und die Beeren sind auch nicht mehr zu genießen. Eine Vielzahl von Hausmitteln kann zur Bekämpfung der Blattläuse eingesetzt werden ohne die Umwelt zu gefährden. Hausmittel gegen Blattläuse findet man unter „Brombeere Krankheiten“ bei GartenBob.

Himbeerblütenstecher

Das Weibchen legt seine Eier in die geschlossene Knospe und benagt dann den Blütenstiel, dieser knickt ab und die vertrocknete Knospe fällt zu Boden. Der Befall ist erkennbar wenn am Blütenstiel Fraßstellen zu sehen sind. Öffnet man eine Blütenknospe, ist eine weiße Larve zu sehen. Die vertrockneten Knospen sollten regelmäßig abgesammelt werden. Da die Larven in den Knospen leben wird der Blütenstecherbestand reduziert.

Himbeergallmücke

Erkennbar ist der Befall, dass sich seitlich an den Ruten kugelige Gallen befinden. Durch die Gallen wird das Wachstum der Pflanzen gehemmt. Befallene Zweige sollte entfernt werden. Durch die Schaffung eines ausgewogenen natürlichen Gleichgewichts haben die Gallmücken genügend Fressfeinde wie Raubmilben, Laufkäfer, Florfliegen und Marienkäfer. Im Frühjahr sollten die Ruten nochmals auf Gallen kontrolliert werden, befallene Ruten entfernen.

Himbeerkäfer

Bei Befall durch den Käfer entstehen an den Blatt- und Blütenknospen Fraßschäden, Risse an jungen Blättern, verkümmerte und wurmige Früchte. Es können Weißtafeln aufgehängt werden. Auch durch absammeln lassen sich Schäden vermeiden. Durch klopfen an den befallenen Stellen lässt sich der Käfer entfernen, ein Auffangbehälter unter das entsprechende Pflanzenteil halten.

Himbeermosaik

Bei Auftreten des Virusbefall entstehen hohe Ertragsverluste. Erkennen lässt sich der Befall durch das Auftreten hellgrüner bis gelblichen Verfärbungen an den Hauptadern. Die Blattseiten sind breitflächig gefleckt, die Zahl der Früchte ist erheblich reduziert. Der Geschmack der Früchte ist schlecht. Die Hauptüberträger der Viren sind Blattläuse auf deren Reduzierung sollte wert gelegt werden.

Himbeerrost

Der Rost tritt Ende Juni Anfang Juli auf, es bilden sich auf der Blattoberseite violette bis rote Flecken. Mit der Zeit bilden sich auf der Blattunterseite orangerote Sporenlager, diese verfärben sich später braun bis schwarz. Sind Blätter sehr stark befallen, fallen diese ab. Ist ein Befall erkennbar sollten die Blätter sofort entfernt werden, heruntergefallene Blätter sollten aufgesammelt und entsorgt werden. Durch einen rechtzeitigen Sommerschnitt kann ein ausbreiten verhindert werden.

Himbeerrutengallmücke

Ende Mai legt die Himbeerrutengallmücke ihre Eier unter die Rinde. Die ca. 2 mm rötlichen Larven zerstören die Kambium- und Korkschicht der Rinde, durch diese die Pilze der Himbeerrutenkrankheit eindringen. Ein regelmäßiges Auslichten sowie eine ausgewogene Nährstoffversorgung schützt vor Rindenrissen. Eine Mulchschicht aus Stroh, Mist oder Laub sowie ein regelmäßiges entfernen von Unkräutern ist vorteilhaft. Nach der Ernte sollten die Ruten bis kurz über dem Boden abgeschnitten werden. Auf Spritzmittel sollte verzichtet werden da bei der Anwendung auch die Feinde der Gallmücke getötet werden.

Himbeerrutenkrankheit

Pilze und auch die Himberrutengallmücke können an der Himbeerrutenkrankheit beiteiligt sein. Über Verletzungen oder Rindenrisse, die auch durch die Gallmücke erzeugt werden, dringen die Pilze in die Pflanzen ein. Durch blauviolette Flecken, die sich vergrößern und die Rute umfassen können. An der befallenen Stelle stirbt die Rinde ab die später abfällt.

Silbrig-weiß bis hellgrau erscheinen dann die Flecken. Über dem Boden kann sich die Rute schwarz färben und platzt dort auf. Im nächsten Frühjahr treiben dann die Knospen kümmerlich und setzt kaum Früchte an. Später werden die Ruten brüchig, morsch und sterben ab. Zwischen gesunden Trieben stehen im Frühjahr einzelne Ruten die schlecht oder gar nicht austreiben. Kranke Ruten bleiben unfruchtbar.

Im Hausgarten kann man nur vorbeugen. Eine Mulchschicht aus Stroh, Laub oder Mist ist eine wichtige Maßnahme. Befallene Ruten sind sofort zu entfernen ein regelmäßiges auslichten beugt einer Pilzinfektion vor. Unkräuter sollten regelmäßig entfernt werden.

Grauschimmel-Fruchtfäule

Ein Befall bildet sich hauptsächlich bei niederschlagsreichem Wetter. Auch an Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit und ungenügender Luftzirkulation kann Grauschimmel auftreten. Auf den Früchten bildet sich ein grauer stäubender Belag. Durch rechtzeitiges auslichten und einer ausgewogener Nährstoffversorgung lässt sich Grauschimmel vermeiden. Die befallenen Pflanzenteile sollten sofort entfernt werden. Ist die Pflanze extrem befallen, Blätter und Siele, sollte diese großzügig herunter geschnitten werden.

Mehltau (echter und falscher)

Ein weiß-hellgrauer schmieriger Belag befindet sich auf den Pflanzenteilen. Ein einsprühen mit Brennnessel – oder Schachtelhalmsud ist wirlungsvoll. 1 bis 2 Hände voll Brennnessel oder Schachtelhalme auf 10 Liter Wasser geben, 24 Stunden einweichen lassen danach 2 Stunden köcheln lassen oder die eingeweichten Pflanzen mehrere Tage stehen lassen bis der Sud anfängt zu gären. Mit dem Sud die Pflanze einsprühen. Ein einsprühen mit Magermilch wirkt auch gegen Mehltau. Milch mit Wasser verdünnen 1:6.

Rote Wurzelfäule

Bei auftreten der Wurzelfäule ist ein mangelnder Austritt von neuen Ruten festzustellen. Es kommt zu Ernteausfällen, der Himbeerstock stirbt ab. Ein zu stark verdichteter Boden und Staunässe fördert die Fäule.

Spinnmilben

Durch das Saugen der Milben an der Blattunterseite entsteht auf der Blattoberseite eine rotbraune Sprenkelung. Die Gespinste sind an der Blattunterseite zu erkennen, in ihnen befinden sich Eier und die Milben. Durch die Schädigung der Blätter kommt es zu einer eingeschränkten Fruchtqualität und Ertragsschäden. Die Gespinste können mit Wasser abgespritzt werden. Das Einsprühen der befallenen Pflanzenteile mit Raps- oder Weißöl ist wirkungsvoll.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für die ausführliche Darstellung.
    Eine Nachfrage: Gibt es eine Krankheit, bei der einzelne der kugelförmigen Elemente, aus denen eine Himbeere besteht, sich gelblich bis weiß verfärben?

    Zu dieser Beobachtung habe ich keine passende Darstellung in der obigen Auflistung gefunden.

    Für eine Antwort herzlichen Dank.

    Aspettante

    • ja das würde mich auch sehr interessieren. Ich habe auch Jap. Weinbeere (Rubus phoenicolasus) bei denne dieses Jahr exterem oft dieses Phänomen auftaucht. Und im Netz ist dazu nichts zu finden.

  2. Hallo, habe an meinen Himbeerruten , dicke stellen wie knoten was ist das , was sollte ich unternehmen.

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