Natur pur im Gewerbegebiet

Der Begriff wird zwar unterschiedliche Bedeutung, aber begrenzen wir uns auf alles das, was der Mensch nicht geschaffen hat. Oder besser, was der Mensch noch nicht zerstört oder in Besitz genommen hat und bleiben mit den Füßen auf dem Boden. Wo findet man noch unberührte Natur, gleich um die Ecke, man muss nur die Augen öffnen. Leider gibt es von unberührten Ecken zu wenig. Da, wo zu wenig Natur vorhanden ist, kann problemlos wieder unberührte Natur entstehen.

Die einfachste Lösung

Schaut man sich in Gewerbegebieten um und besichtigt die Firmengelände sind auffallend viel und vor allem große Flächen von kurz geschorenen Rasen zu sehen. Keiner weiß warum und woher die Einstellung kommt, dass große freie Flächen mit kurz geschorenen Rasen schön aussehen. Die Firmengebäude müssen von allen Seiten gesehen werden aus Marketing Gründen. Vielleicht im Frühkapitalismus aktuell, in der heutigen Zeit der Informationsflut und dem Internet dürfte es egal sein, ob man das Autohaus von seiner Rückseite erkennt oder nicht. Wer seine Automarke gewählt hat, wird wohl wissen, wo die Werkstatt zu finden ist.

Kaum ein Fahrer sucht die Gebäude des Autohauses mit den Augen sondern schaut höchstens auf sein Navigationsgerät. Noch egaler ist es bei Industriebetrieben, ob man diese sieht oder nicht spielt keine Rolle mehr. Jeder Kunde informiert sich über die benötigten Produkte im Internet und kann sich auch noch gleich via Bildschirm den gesamten Betrieb ansehen. Sollte es nötig sein zu Verhandlungen den Betrieb aufzusuchen geht der suchende Blick nicht nach Firmengebäude sondern ebenfalls aufs Navigationsgerät. Damit ändert sich die gesamte Marketingstrategie.

Die Firma als großes Biotop „Natur pur“

Wie wäre es, wenn abgesehen vom Verkehrsraum und den Sicherheitsabständen zu Gebäuden und der Feuerwehrzufahrt alles wachsen könnte wie es wollte. Etwas Nachhelfen müsste man schon zumindest was Bäume und andere Gehölze betrifft. Der Rasenmäher kommt ins Betriebsmuseeum und der Laubsauger kann in der Werkhalle andere Sachen aufsaugen, aber nie wieder Laub.

Denn das dürfte wohl auch der reinlichste Firmenchef wissen, aus Laub wird Humus die Nährstoffgrundlage neben Wasser allen pflanzlichen Lebens. Große Laubbäume schatten im Sommer die Werkhallen ab, was die Energiekosten für die Klimaanlage erheblich senken würde. Wie unschön sehen doch freistehende Silos aus, betrachtet man diese ist doch im wahrsten Sinne nichts schönes an diesen Dingern zu finden. Eingebettet in Bäumen und Sträucher werden die Silos wieder ansehnlicher.

Natur pur

Das freistehende Autohaus mit seinen Fahrzeugangebot, eingebettet in kurz geschorenen Rasenflächen gehört auch ins Marketingmuseum. Man informiert sich heute im Internet und fährt dann gezielt mittels Navigationsgerät zum Händler dabei spielt es keine Rolle ob man den Fahrzeugpark schon 500 Meter vorher sieht. Ein naturnahes Gelände indem der Fahrzeugpark integriert ist dürfte mehr zum Kaufen anregen als eine Rasenfläche. Zwitschernde Vögel dürften das Kaufinteresse des Kunden mehr anregen als das gedudelle aus dem Lautsprecher und den Werbesprüchen.

Der Urwald auf dem Firmengelände

Alles „Natur pur“ ein Urwald auf dem Firmengelände durchzogen von Wegen begleitet von Naturteichen ohne künstlichen Firlefanz dürfte für die Angestellten in der Pause mehr Erholung bringen als ein trister Pausenraum. Nach einem Spaziergang durch die Wildnis und nebenbei auf dem Naturteich die Enten gefüttert dürfte mehr zur Produktionssteigerung beitragen als die Wandtafel mit den neuesten Betriebsergebnissen.

Wie positiv würde sich ein Naturgelände auf die Kaufentscheidung des Kunden auswirken als der Blick auf einen Lagerplatz oder Produktionshallen.

Natur pur Wald

Der größte Kostenfaktor „Natur pur“, Laub

Irgend wann hat man festgestellt, dass herunterfallendes Laub weggefegt werden muss und abertausende Bäume verschwanden aus unserem Umfeld. Laub hat zwar auf Straßen und Wegen nichts zu suchen, aber sonst kann es im Betriebsurwald liegen bleiben und das Laub von den Wegen kann einfach in den Wald gekarrt werden. Laub stört nur in den Köpfen der Menschen, sieht man es als zu unserem Lebensraum dazugehörige Notwendigkeit an, dürfte es nicht mehr stören. In einer ordentlich geführten Firma dürften die Kosten fürs Laub fegen im Herbst wie die Blätter abfallen.

Viel Freude im Firmenurwald „Natur pur“.

Schreibe einen Kommentar