Im Baumstamm sind eine Vielzahl von Löcher – Borkenkäfer

Ein Baum normales Wachstum, Blattwerk in Ordnung und beim genauen Betrachten des Stammes befinden sich lauter Löcher darin. Diese Löcher sehen aus wie Bohrlöcher eines Bohrers einer Bohrmaschine.

Baumstamm hat Löcher

Die Größe der Löcher von ca. 3 bis 5 mm (können auch kleiner oder größer sein), die Lochgröße wird durch die Rinde beeinflusst und fällt je Baumart verschieden aus.

Gefahr für den Baum

Da die Löcher bis ins Innere des Stamms gehen besteht eine große Gefahr, die Löcher bieten Pilze eine Angriffsfläche direkt bis ins Innere des Stammes. Der Pilz zersetzt das Holz des Baumes von innen, ohne das es festgestellt werden kann, wird die Standfestigkeit des Baumes gefährdet. 

Das gefährliche dabei ist, dass die Kambiumschicht weiterhin die Nährstoffe bis ins Blattwerk transportiert und der Baum äußerlich gesund aussieht. 

Im Inneren des Stammes geht der Zersetzungsprozess weiter. Wird der Prozess nicht rechtzeitig erkannt und der Baum gefällt, besteht eine sehr große Gefahr das der Baum bei starkem Wind oder bei einer hohen Schneelast plötzlich im Ganzen umknickt.

Käferlarven fressen sich durch das Holz und verursachen mit der Zeit das Absterben des Baumes. Das verbleibende tote Holz verliert mit der Zeit seine Standfestigkeit, der Baum kann abknicken.

Woher kommen die Löcher?

Käfer sind die größte Gefahr für die Bäume, die Vielzahl von Borkenkäfer machen vor keiner Baumart hallt. Die Käfer paaren sich unter der Rinde in der sogenannten Rammelkammer.

In Seitengängen werden die Eier abgelegt, sind die Larven geschlüpft legen sie die Fraßgänge an. Wenn aus den Larven Käfer geworden sind, bohren sich die jungen Käfer aus der Rinde, so entstehen die Bohrgänge.

Die Vielzahl von Borkenkäfern

Asiatischer Laubholzkäfer, Bockkäfer auch als Handwerkerbockkäfer benannt, Holzbohrer, Buchdrucker, Fichtenstecher, Zwölfzähniger Kiefernborkenkäfer, Sechszähniger Kiefernborkenkäfer, Großer Lärchenborkenkäfer, Gestreifter, Nutzholzborkenkäfer, Lindenborkenkäfer, Kleiner Lärchenborkenkäfer, Kleiner Tannenborkenkäfer und andere mehr. 

Borkenkäfer

Bei dieser Vielzahl kann nur ein Spezialist feststellen, um welche Käferart es sich handelt.

Für den Hobbygärtner ist es nicht nötig genau zu wissen, um welchen Käfer es sich handelt, die Erkennungsmerkmale der verschiedenen Käfer ist die Art der Fraßgänge, das Aussehen der Käfer selbst und deren Larven.

Werden Bohrlöcher, Fraßgänge und Larven entdeckt sollte ein Fachmann den Schaden begutachten. Informationen kann die untere Naturschutzbehörde geben, in den Kommunen gibt es auch Sachverständige die für Bäume zuständig sind bzw. der Pflanzenschutzdienst.

Nicht vergessen

Wird ein Befall durch den Borkenkäfer festgestellt, ist dies meldepflichtig.

Borkenkäfer machen auch vor Obstbäumen keinen Halt

Bei dem Wort Borkenkäfer denken eine Vielzahl von Hobbygärtner an Nadelbäume wie Fichten und den Buchdrucker sowie den Fichtenstecher.

Das auch Obstbäume befallen werden können, daran denkt der Gärtner nicht und steht ratlos da, wenn an einem Obstbau Schäden auftreten und die Ursache nicht zu erkennen ist.

Die Löcher werden oft nicht erkannt oder als unbedeutend übersehen, sterben Zweige und ganze Äste abfindet man die Bohrlöcher nur nach genauer Betrachtung.

Apfelbaumbohrer auch bekannt als Rundköpfiger Apfelbaumbohrer

Wie der Name es sagt, bevorzugt der Käfer Apfelbäume macht aber keinen Halt vor anderen Laubgehölzen.

Großer Obstbaumsplintkäfer

Dieser Käfer ist meistens an Pflaumen- und Apfelbäumen zu finden. Die kleinen Bohrlöcher sind an jungen Trieben und unterhalb von Blättern und Knospen zu finden.

Kleiner Obstbaumsplintkäfer

Er lebt im wesentlichen wie der große Obstbaumsplintkäfer, nur das seine Fraßgänge sich voneinander unterscheiden.

Zitrusbockkäfer

Die Käfer schneiden T-förmige Schlitze in die Rinde, der Stammbasis sowie den oberirdischen Wurzeln. Nach dem Schlüpfen der jungen Käfer verlassen diese den Stamm durch kreisrunde Ausbohrlöcher von 1-1,5 cm Durchmesser.

Ungleicher Holzbohrer

Er befällt neben Obstbäumen eine Vielzahl von weiteren Laubgehölzen.

Birnbaumprachtkäfer auch Birnenprachtkäfer bezeichnet

Dieser Käfer lässt sich an seinen Zick-Zack-Fraßgängen erkennen, weiter sind seine Löcher quer oval. Die Eier sind in Rindenritzen und Wunden an der Rinde zu finden.

Zu den Wirtspflanzen gehören neben der Birne auch Weißdorn und Eberesche.

Bunter Kirschbaum-Prachtkäfer auch Kirschprachtkäfer

Er bevorzugt vor allem Süßkirschen und Weichselkirsche. Die Larven bohren sich in den Stamm und starke Äste zwischen Rinde und dem Holz, diese werden mit Bohrmehl verfüllt.

Kirschbaumborkenkäfer

Er ist ein Rüsselkäfer, der sein Brutsystem in der Rinde der Gehölze anlegt, er wird den Rindenbrütern zugeordnet.

Bekämpfung der Borkenkäfern

Es gibt keine Möglichkeit die verschiedenen Borkenkäfer zu bekämpfen. Die einzige Möglichkeit ist den befallenen Baum sofort zu fällen und alle Teile des Baumes zu entsorgen.

Nur durch diese Maßnahme kann verhindert werden, dass weitere Larven sich zu Käfer entwickeln und diese sich ausbreiten können.

Artenschutz beachten

Auch wenn die Prachtkäferarten schaden an den Obstbäumen anrichten gehören sie nach der Bundesartenschutzverordnung zu den geschützten Tieren.

Nach der Roten Liste Deutschland gilt der Kirschprachtkäfer als stark gefährdet.

Müssen Baumfäll-Maßnahmen oder Baumschnitt wegen Käferbefall durchgeführt werden, ist vorher unbedingt die untere Naturschutzbehörde zu informieren.

Erkennen des Befalls

Werden Bohrlöcher gefunden sollte unbedingt an diesen Stellen die Rinde (Borke) entfernt werden. Werden die Fraßgänge festgestellt oder Larven gefunden ist der Befall des Baumes durch den Borkenkäfer erfolgt.

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