Schrauben statt Nägel

Ob Haus, Hof oder Garten es gibt immer etwas zu bauen oder reparieren. Schuppen, Gartenzaun, Rankgerüst oder das Baumhaus, die meisten Dinge sind aus Holz, Dachlatten, Balken, Bretter, Leisten und Kanthölzer alles findet Verwendung beim Bau eines Komposthaufens, dem Gewächshaus, der Abdeckung fürs Kaminholz und was man sonst noch so bauen kann.

In den meisten Fällen wird bei herkömmlichen Arbeiten mit Holz genagelt, einmal abgesehen vom Möbelbau ist das Nageln die schnellste Variante. Der Aufwand etwas mit Nägeln zu befestigen ist gering, da nur ein Hammer in entsprechender Größe benötigt wird. Müssen sehr viele Nägel der gleichen Größe eingeschlagen werden, wird meistens ein Nagelgerät verwendet.

Wie konnte sich der Nagel durchsetzen?

Die ersten Nägel aus Holz sollen ca. 5101 v. Chr. beim Bauen eines Holzbrunnens verwendet worden sein. Mit der Entstehung der Eisenherstellung wurden die ersten Eisennägel vom Nagelschmied geschmiedet. Im 18. Jahrhundert begannen die ersten Versuche Nägel maschinell herzustellen. Die ersten Schrauben aus Holz entstanden im 1. Jahrhundert v. Chr., Schrauben aus Metall wurden erst zu Beginn des 15. Jahrhundert gefertigt, konnten sich auf Grund des sehr hohen Preis lange Zeit nicht durchsetzen. Mit mehreren tausend Jahren Vorsprung und des geringen Preises konnte der Nagel sein Siegeszug durchsetzen und obwohl Schrauben eine festere Verbindung ermöglichen werden Nägel eingesetzt, wo immer es geht. Einfach die schnellste und preiswerteste Variante.

Ist es besser, Schrauben statt Nägel einzusetzen?

Ja. Schrauben lassen sich nicht nur herein. sondern auch herausschrauben, der Vorteil das verwendete Baumaterial wird nicht zerstört. Genageltes Material lässt sich selten ohne Beschädigungen an den Nagelstellen trennen. Ein Holzgartenzaun wird herkömmlich genagelt und lediglich an den Pfosten verschraubt, reicht auch aus, schließlich hat ein Zaun nicht viel auszuhalten.

Ein Zaun ist den Witterungseinflüssen ausgesetzt und auch wenn dieser regelmäßig mit Holzschutzmitteln behandelt wird, sind Schäden nicht ausgeschlossen. Muss eine Zaunlatte ausgewechselt werden, ist bei genagelten Latten Vorsicht geboten, da die Nägel mit Hammerschlägen gegen das Holz gelöst werden müssen. Ist zwischen Latte und Querlatte eine Lücke entstanden, kann mittels Nageleisen die defekte Zaunlatte entfernt werden. Sitzen die Nägel sehr fest, ist die Gefahr groß, dass die Querlatte zerstört wird, dass gesamte Zaunfeld muss in diesem Fall repariert werden.

Sind die Latten geschraubt, können diese leichter abgeschraubt werden, lediglich kann es erforderlich sein, eine größere Schraube zu verwenden oder ein neue Schraubstelle zu verwenden. Ein einfacher Geräteschuppen wird ebenfalls genagelt, wird dieser zu klein und soll erweitert werden, ist die Gefahr der Zerstörung der Bretter wie beim Gartenzaun sehr groß, geschraubte Bretter können problemlos gelöst und wieder verwendet werden.

Ein einfaches Spalier wird in den meisten Fällen ebenfalls genagelt. Da es sich beim Bau um Leisten handelt, ist bei Reparaturen oder Erweiterung des Spaliers eine Zerstörung der Latten nicht ausgeschlossen, da die dünnen Leisten in den meisten Fällen splittern, es müssen neue Latten gekauft werden. Abgeschraubte Latten lassen sich wieder verwenden.

Weitere Vorteile von Schrauben

Bild 1: Unser Trockenplatz war auf Grund einer ausgiebigen Kräuterernte voll, Platz zum Trocknen der Gladiolen war nicht mehr vorhanden. Eine einfache Lösung bot die Sichtschutzwand, ein paar Schrauben eingeschraubt und schon konnten die Gladiolen zum Trocknen aufgehängt werden. Die Schrauben sind stabiler als Nägel, bei der Verwendung von Nägeln in der gleichen Stärke der Schrauben würden diese die Leiste regelrecht spalten.

Sind die Gladiolen abgetrocknet und sind frostfrei eingelagert, können die Schrauben problemlos entfernt werden oder zum Aufhängen anderer Dinge wie Gartengeräte verwendet werden.

Schrauben statt Nägel

Bild 2 Der Stützbalken hätte auch mit starken langen Nägeln befestigt werden können, hier wäre es sinnvoll, in der Stärke der Nägel vorzubohren, um ein Spalten des Balkens zu verhindern. Der Nachteil, bei der Verwendung der entsprechender starken Nägel ist bei späteren Veränderungen Erweiterung oder Modernisierung ein Entfernen der Nägel ohne Zerstörungen am Material kaum möglich, Schrauben lassen sich wieder herausschrauben ohne das Material (außer die entstandenen Löcher) zu zerstören.

Schrauben statt Nägel

Bild 3: Der Stützbalken hätte von oben ebenfalls vernagelt werden können. Die Winkel an den Seiten der Balken sind optisch nicht gerade gut anzusehen, da der Balken später verkleidet wird, spielt die Optik keine Rolle. Winkel und Schrauben lassen sich einfacher Montieren als Vernageln. Der Handel bieten Winkel mit kleineren Bohrungen an. In diesem Fall werden die Winkel mit Nägel befestigt, spätere Korrekturen oder bauliche Veränderungen erfordern dann einen neuen Stützbalken, da die Vielzahl von Nägeln das Ende des Balkens beim Entfernen zerstören.

Schrauben statt Nägel

Bild 4: Bei diesen Bretter, die wie Schindeln befestigt sind, hätten Nägel ausgereicht, da an dieser Stelle zu einem späteren Zeitpunkt eine Erweiterung geplant ist, können die Bretter ohne Probleme abgeschraubt werden. Entsteht an dieser Stelle ein Durchgang ,können die Bretter gekürzt wieder angeschraubt und der Türrahmen eingebaut werden.

Schrauben statt Nägel

Auf Nägel ganz verzichten?

Auf Nägel muss nicht verzichtet werden, wenn etwas endgültig bis zum natürlichen Verfall oder Abriss wie bei einem Dach die Dachlatten macht es Sinn, die Nägel zu verwenden. Die Entscheidung, ob etwas endgültig ist, trifft man immer selbst. Hat man sich an die Anwendung von Schrauben gewöhnt, wird man so oft es geht, auf diese zurückgreifen.

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