Fraßschäden an Früchten

Bei Fraßschäden an Früchten lässt sich der Verursacher schwer und selten erkennen. Die meisten Tiere und Insekten kommen nur in der Nacht und bei absoluter Ruhe. In den meisten Fällen wird nicht sofort der Fraßschaden erkannt, sondern dessen Auswirkung.

Durch den Fraß an der Frucht wird ihre Schutzhülle (Haut) zerstört und bieten Bakterien, Pilzen sowie anderen Tieren und Insekten einen Angriffspunkt. Bakterie und Schimmelpilze verursachen Fäulnis, Fraßschäden weitere Tiere und Insekten lassen die Fraßstelle immer größer werden, das Ergebnis, die Frucht verfault, verschimmelt oder vertrocknet.

Woran erkennt man Fraß und Saugschäden?

Wühlmaus: Einen Wühlmausschaden wird erkannt, wenn es zu spät ist. Das Möhrenkraut und der obere Teil der Möhre steht noch auf dem Beet, unterhalb ist alles abgefressen oder in der Möhrenreihe entstehen in kürzester Zeit große Lücken.

Bei grünen Bohnen verschwinden ebenfalls ganze Bohnenbüsche aus der Reihe. Mit etwas Glück kann der Gärtner zusehen wie die Pflanzen im Boden verschwinden (ich habe meinen Augen nicht getraut, wie die Bohnenbüsche in der Erde verschwanden).

Frisst die Wühlmaus nur an den Wurzeln herum, trocknen die Pflanzen ab oder sie kippen im noch grünen Zustand um, hebt man diese an, ist von den Wurzeln kaum noch etwas zu sehen.

Wühlmausschaden: Wird der Schaden erkannt, ist es zu spät, es lassen sich vielleicht noch einige Früchte vorzeitig ernten. Werden Gänge der Wühlmaus gefunden, kann eine Falle helfen. Vorsicht bei Haustieren wie Katze oder Hund.

Gift auslegen während der Erntezeit ist nicht zu empfehlen, ansonsten kann man die Wühlmaus nur durch Geräusche versuchen zu vertreiben (alle anderen Maßnahmen gegen Wühlmäuse sollten vor der Erntezeit erfolgen).

Ein einfaches Beispiel wie sich Geräusche auswirken ist ein Bolz- oder Fußballplatz, diese werden in der kalten Jahreszeit nicht genutzt. Im Frühjahr sehen die Plätze aus wie eine Hügellandschaft, diese sind neben dem Maulwurf auch durch Wühlmäuse entstanden.

Geht die Spielsaison wieder los, entstehen kaum oder keine Haufen mehr.

Wie entstehen Geräusche auf dem Beet?

Regelmäßiges werkeln wie Hacken und Betreten der Anbaufläche verursachen Geräusche. Beim Mischanbau werden die anderen Sorten zu einem anderen Zeitpunkt gepflegt und der Boden bearbeitet, macht wieder Lärm.

Mäuse, Wühlmäuse hinterlassen beim näheren betrachten der Fraßstelle Bissabdrücke, die Spuren der Zähne lassen sich meistens erkennen.

Nacktschnecken: Nacktschnecken bilden keine Ausnahme. Nur in den Morgen- und Abendstunden ist zu sehen in welchen Mengen diese auftreten, dabei ist auch noch die Bodenfeuchtigkeit ausschlaggebend.

Fraßschäden an Früchten

Bild 1

An dieser Rübe machte sich eine Schnecke zu schaffen, die Schnecke hat die tiefen Löcher nicht verursacht. Diese sind ein Folgeschaden durch einen Pilzbefall, durch das Reinigen der Rübe wurde ein Teil der Pilzspuren beseitigt. Erkennen lassen sich noch Reste in den Löchern an den schwarzen Punkten.

Käfer: Rüsselkäfer und Co. saugen an Früchten, allerdings ist es schwer festzustellen, um welche Käferart es sich handelt. Es ist auch nicht nötig, Käfer ist Käfer. Da Käfer sehr klein sind und in den meisten Fällen in der Dämmerung oder Dunkelheit auf Nahrungssuche gehen, werden sie kaum entdeckt.

Fraßschäden an Früchten

Bild 2

Ob es ein Käfer, Insekt oder eine Schnecke war lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Fäulnisschaden ist nur noch zu erkennen, es spielt keine Rolle, ob es Bakterien oder Schimmelpilze waren, genießbar ist der Kohl nicht mehr.

Insekten: In den meisten Fällen sind es Einstiche, einige sind so klein da nur der Saft aus der Frucht gesaugt wird. Durch die Schädigung der Schale bieten die Einstiche Schimmelpilzen eine Angriffsfläche. Der Schaden wie Fäulnis tritt erst später ein.

Tritt keine Fäulnis ein, entstehen durch die Vernarbung Flecken auf der Frucht. Einige Insekten verursachen kleine Nagestellen die sich durch nahe Betrachtung erkennen lassen.

Vögel: Einige Vogelarten holen sich Beeren oder picken am Obst. Schäden entstehen auch, wenn sie sich Maden oder Insekten an den Früchten holen. Wird der Schaden am Obst nicht sofort erkannt, beginnt die Frucht in kürzester Zeit zu faulen, es lässt sich kaum noch feststellen, ob es eine Fraßstelle oder ein Schimmelpilzbefall ist.

Fraßschäden an Früchten

Bild 3

Der Apfel stand auf dem Speiseplan, an der fast senkrecht tiefen Pickstelle lassen sich die Schnabelspuren erkennen. Die Stelle ausschneiden und den Apfel essen, wird zu lange gewartet, beginnt die Stelle schnell an zu faulen, der Apfel wird ungenießbar.

Der Apfel kann auch für den nächsten Vogel am Baum bleiben, schrumpelt er zusammen, die Fruchtmumie entfernen damit kein Pilzbefall entsteht.

Fraßschäden an Früchten

Bild 4

Käfer und Co. haben den Kürbis zugesetzt? Großes Loch und weitere kleine machen es schwer den Schädling zu finden. Erst ist es eine Schädigung der Rinde und ist diese erst einmal geschädigt, ist der Kürbis Angriffsfläche für weitere Fraßfeinde, Pilze oder Bakterien offen.

Eine Kontrolle durch Aufschneiden des Kürbisses kann Auskunft geben. Der Kürbis war innen nass, stank und keine sichtbaren Schädlinge zu erkennen. In diesem Fall kann es sich um einen Pilzbefall oder Fäulnisbakterien handeln.

Wer macht sich an den Früchten zu schaffen?

Es gibt nur bei wenigen Fraßschäden eindeutige Hinweise, um welchen Schädling es sich handelt. Der Fraßschaden einer Wühlmaus lässt sich erkennen, das Loch im Apfel vom Picken des Vogels ist auch noch erkennbar, ist eine Nacktschneckeninvasion über das Salatbeet hergefallen lassen sich die Spuren auch noch verfolgen.

Je kleiner der Schädling, desto schwieriger die Suche, nicht an allen Schäden lässt sich der Verursacher bestimmen. Ein Schaden an der Frucht, verursacht durch eine Schnecke zieht sofort Pilze (Schimmel), Bakterien (Fäulnis), Asseln und weitere Verbraucher an.

Rüsselkäfer, Trauermücke, Thripse oder Wanzen lassen sich nur durch gute Beobachtung nachweisen, wenn überhaupt zu sehen. Nicht jedes Bohrloch in der Frucht muss vom Rüsselkäfer sein, Wespen und andere Fluginsekten können neben Fraßschäden auch Löcher in der Frucht hinterlassen.

Eine Vielzahl von Einstichen (Löcher) dienen der Eiablage, allerdings sind die Eier der Insekten so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Im normalen Fall lassen sich nur die Larven erkennen, für die Frucht ist es dann zu spät.

Wenn ein Gärtner es ganz genau wissen will?

Eine regelmäßige Kontrolle der Früchte und etwas Geduld kann schon ausreichen, um den Verursacher zu finden.

Fraßschäden

Es gibt eine Vielzahl von technischen Möglichkeiten wie Kameraüberwachung, Klebefallen auf denen der Schädling festklebt und sonstige technische Raffinessen, dem Gärtner sind keine Grenzen gesetzt. Eine ganz genaue Analyse kann zuallerletzt noch ein Pflanzen- bzw. Schädlingslabor liefern.

Maßnahmen gegen Fraßschäden

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Früchte vor dem Zugriff von Vögeln, Insekten und sonstigen Tieren zu schützen, solange diese für uns problemlos sichtbar sind und diese über der Erde leben. Vögel lassen sich durch entsprechende Netze, Vogelscheuchen oder Flatterbänder (Tücher) abwehren.

Für kleine Insekten können Insektenschutznetze, Insektenfallen oder Kleberinge verwendet werden.

Hochbeete am Boden versehen mit engmaschigem Draht schützen vor Fraßschäden an Wurzelgemüsen, vorausgesetzt die Nager können die Außenwände nicht erklimmen.

Gegen Pilzbefall, Bakterien, Vieren und weitere für uns unsichtbare Lebewesen hilf bei Freilandpflanzen nichts. Die Saat oder Jungpflanzen sollten von resistenter Züchtung sein.

Optimale Lösungen

Die optimale Lösung wäre eine intakte Natur, ein Garten oder ein Gewächshaus mit einem natürlichen Lebensraum sowie einer naturnahen Gestaltung.

Möglichkeiten für die perfekte Anzucht

Wird auf super fehlerfreie Früchte gesetzt bleibt nur die hermetisch Abriegelung zur naturnahen Außenwelt und Luftschleusen, wie es im großen Stil beim Gewächshausanbau angewendet wird.

Ein fehlerfreier und Früchte Produktion ohne Fraßschäden gibt es schon, die industrielle alternative Pflanzenproduktion mit Gift- und Chemiekeule einsetzen und dies so viel wie möglich.

„Guten Appetit“ hier kann GartenBob.de nicht helfen.

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